Digitale Projekte

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Die Digitalisierung bietet Chancen für die Entwicklung, denn sie erleichtert den Zugang zu Bildung, Einkommen und politischer Mitbestimmung.
   

Digitale Dienste sind für die Entwicklung unverzichtbar. Sie machen Prozesse effizienter, bieten Entscheidungsgrundlagen durch Informationen und eröffnen mehr Menschen Zugang zu Dienstleistungen, die sonst für sie unerreichbar wären.

So bedeutet Digitalisierung für die ländliche Entwicklung, dass Menschen sich besser untereinander vernetzen können und leichter Zugang zu Expertenwissen von außerhalb erhalten. Sie macht es möglich, neue Märkte zu erschließen und digitale Finanzdienstleistungen zu nutzen.

In der Politik kann Digitalisierung die Effizienz erhöhen; sie erleichtert den Überblick auch über komplexe Prozesse und kann damit zu besseren Entscheidungen führen. Nicht zuletzt eröffnet sie den Bürgerinnen und Bürgern neue Möglichkeiten der politischen Teilhabe. Staatliche Verwaltungsprozesse werden leichter überprüfbar und somit weniger anfällig für Korruption.

In fragilen Kontexten, wenn staatliche Institutionen ihren Aufgaben nur unzureichend gerecht werden, bietet die Digitalisierung Möglichkeiten, Informationen zu sammeln und öffentlich zu machen. Auf diese Weise kann die Bevölkerung auch in Krisensituationen lebenswichtige Informationen erhalten, vor allem, wenn Betroffene diese Informationen durch „Crowdsourcing“ schnell und präzise verbreiten.

Dezentralisierter Zugang zu Daten macht auch die Arbeit der sozialen Sicherungssysteme schneller und effizienter. Das heißt in der Praxis, dass mehr Menschen Zugang zu Sozialleistungen erhalten. Besonders profitieren Menschen in abgelegenen Regionen. Telemedizin verbessert ihre medizinische Versorgung und digitale Bildungsangebote sorgen für mehr Chancengerechtigkeit unabhängig vom Standort des Lernenden. Selbst die Vernetzung mit Experten in aller Welt wird durch die Digitalisierung standortunabhängig möglich.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des digitalen Wandels nutzen dem Kleinstunternehmer, der von einem leichteren Zugang zu Märkten und Marktinformationen profitiert, und reichen bis zur Integration ganzer Volkswirtschaften in globale Wertschöpfungsketten. Neue Managementsysteme steigern die Effektivität der Arbeitsabläufe, senken Kosten und machen weitgehend automatisierte Produktionsstätten möglich.

Digitalisierung bereitet auch den Boden für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen – etwa durch intelligente Stromnetze. „Smart Cities“ nutzen Millionen von Sensoren und verschiedenste Kommunikationswege, um Verkehrsströme effizient zu lenken und so den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Große Mengen an Klimadaten können gesammelt und analysiert werden. Sie dienen dem Klimarisikomanagement, regionalen Frühwarnsystemen und Klimarisikoversicherungen.

Diese Vorteile kommen aber nicht allen zugute: Weltweit sind vier Milliarden Menschen „offline“, 90 Prozent davon in Entwicklungsländern. Eine digitale Kluft bildet sich aus – zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, zwischen sozialen Schichten, zwischen Stadt und Land. Die digitale Teilhabe zu verbessern ist daher ein wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Inspirierende Projektbeispiele