GIZ: Herausforderungen der Flüchtlingskrise aktuell im Fokus

05.07.2016 – Die GIZ stellt heute in Berlin ihren Unternehmensbericht vor. Das Engagement für Flüchtlinge bildet einen Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Perspektiven schaffen: Der Film zeigt beispielhaft das Engagement der GIZ zur Unterstützung von Flüchtlingen.

Perspektiven für Menschen zu schaffen, steht im Mittelpunkt der Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Als Dienstleisterin der Bundesregierung setzt die GIZ aktuell vor allem auf eine wirksame Unterstützung von Menschen, die vor gewaltsamen Konflikten aus ihrer Heimat flüchten. „Die Lage der Flüchtlinge ist mehr als beunruhigend. Aber es ist gut zu wissen, dass wir wirksam unterstützen können“, stellt GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner anlässlich der Jahrespressekonferenz fest.

Mit 2,1 Milliarden Euro hat die GIZ im Jahr 2015 das größte Geschäftsvolumen seit Bestehen verzeichnet. Dabei ist die Unterstützung von Flüchtlingen und den aufnehmenden Gemeinden von großer Bedeutung. Im vergangenen Jahr hat die GIZ dafür Aufträge in Höhe von 179 Millionen Euro erhalten. 2016 sind bereits Aufträge für die nächsten drei Jahre in Höhe von 408 Millionen Euro eingegangen, um für Unterkünfte, Jobs, Bildung und damit für eine Perspektive zu sorgen. Tendenz steigend. Schwerpunkte der Arbeit liegen im Südosten der Türkei, im Nordirak, Libanon und Jordanien.

Deutschland hat die Mittel für die Flüchtlingshilfe deutlich aufgestockt, die Europäische Union plant Weiteres. „Durch unsere Arbeit wissen wir, die Menschen wollen in oder zumindest in der Nähe ihrer Heimat bleiben“, so Gönner. „Aber dafür brauchen sie eine Perspektive. Dafür setzen wir uns ein. Wir schaffen Perspektiven durch Entwicklung.“

© GIZ

„Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist mit 1,7 Milliarden Euro Auftragsvolumen bei weitem der größte Auftraggeber der GIZ. Die Förderung nachhaltiger Entwicklung weltweit verbindet sich aktuell mit der drängenden Herausforderung, kurzfristig Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden zu unterstützen und mittel- und langfristig Fluchtursachen zu mindern“, betont BMZ-Staatssekretär Dr. Friedrich Kitschelt, Aufsichtsratsvorsitzender der GIZ. „Mehr als drei Milliarden Euro stellen wir hierfür in diesem Jahr direkt oder indirekt bereit. Bei der Umsetzung können wir uns auf das langjährige Know-How und die Professionalität der GIZ verlassen.“

Der Bereich Flucht und Migration gehört neben Klimaprogrammen zu den größten Tätigkeitsfeldern der GIZ. In den Ländern um Syrien schafft die GIZ in diesem Jahr im Auftrag des BMZ beispielsweise 30.000 Jobs durch gezielte Beschäftigungsmaßnahmen (Cash-for-Work). Das sind einfache Tätigkeiten, wie etwa das Anlegen von Abwasserkanälen, das Anpflanzen von Bäumen oder die Abfallentsorgung in Flüchtlingscamps. So erhalten die Menschen schnell verfügbares Einkommen, das letztlich auch ihren Familien zugutekommt. Insgesamt werden 150.000 Menschen davon profitieren.

Im Rekordjahr 2015 (2,1 Milliarden Euro) lag das Geschäftsvolumen 110 Millionen Euro über dem Vorjahr. Hauptauftraggeber der GIZ ist das BMZ mit 1,7 Milliarden Euro. Darin enthalten sind 236 Millionen Euro von Dritten wie der Europäischen Kommission, ausländischen Regierungen oder Stiftungen, die als Kofinanziers zusätzliche Mittel zur Erweiterung der Maßnahmen bereitstellen. Bei Aufträgen anderer Bundesministerien ist das Volumen im Jahr 2015 auf 250 Millionen Euro gestiegen – ein Zuwachs um 11 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2014: 239 Millionen Euro). Die Gesamtleistung von GIZ International Services, mit der die internationale Zusammenarbeit der Bundesregierung ohne deutsche Steuermittel unterstützt wird, betrug im Jahr 2015 rund 166 Millionen Euro.

Für die GIZ arbeiteten zum Jahresende 2015 insgesamt 17.319 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31.12.2014: 16.410). Wie im Vorjahr gehörten rund 70 Prozent der Beschäftigten – insgesamt 11.949 Personen – zum einheimischen Personal in den Einsatzländern. Zudem waren für die GIZ im vergangenen Jahr 730 Entwicklungshelfer tätig.