Wir befinden uns in einer Phase tiefgreifender politischer Umbrüche: Machtverhältnisse verschieben sich, sicher geglaubte Allianzen zeigen Risse. Die regelbasierte Weltordnung gerät unter Druck. Konflikte, wirtschaftliche Rivalitäten und strategische Interessen prägen zunehmend das Verhältnis zwischen Staaten und Regionen. Neben westlichen Staaten und China gewinnen Länder des Globalen Südens an Einfluss. Diese multipolare Dynamik schafft neue Chancen für Zusammenarbeit – aber auch neue Herausforderungen.
Frieden als Grundlage für eine sichere Zukunft
Sicherheit entsteht nicht im Alleingang. Die GIZ unterstützt den Wiederaufbau in der Ukraine und in Syrien, fördert den Dialog in der Sahelregion und stärkt die Zusammenarbeit im Indopazifik. Denn Frieden braucht Entwicklung.
Im Dialog bleiben, gemeinsam Lösungen finden
Gerade in unruhigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig Frieden und Sicherheit für die Menschen, für Entwicklung und Wohlstand sind. Umso entscheidender ist es, dass Staaten gemeinsam nach Lösungen suchen, die Gewalt verhindern und Vertrauen schaffen.
Hierbei ist die GIZ ein erfahrener und verlässlicher Partner. Wir setzen uns weltweit dafür ein, Konflikte zu entschärfen oder aufzuarbeiten. Denn Frieden braucht Entwicklung. Wir fördern Stabilität und schaffen langfristige Perspektiven für Menschen in bedrohten Regionen.
Diese Seite ist Teil des integrierten Unternehmensberichts 2025
GIZ: Perspektiven durch Wiederaufbau
Nach gewaltsamen Konflikten geht es nicht nur darum, offensichtliche Schäden zu beheben. Es geht um das, was Menschen langfristig zum Leben brauchen. Oft fehlen grundlegende Dinge wie Wohnraum, sauberes Wasser, Energie und Straßen, aber auch funktionierende Schulen und öffentliche Gesundheitsdienste. Ein Wiederaufbau bietet die Chance, nachhaltige und gerechte Strukturen zu schaffen, die künftigen Krisen besser standhalten. Daran arbeitet die GIZ in vielen Ländern.
In Syrien bauen wir die Gesundheitsversorgung so schnell wie möglich auf und führen gleichzeitig neue, moderne Standards ein. Dafür kooperieren in unserer Klinikpartnerschaft Fachkräfte aus Deutschland und Syrien.
Auch in der Ukraine fördert die GIZ im Krieg den Wiederaufbau. Beispielsweise indem wir das Energiesystem durch nachhaltige, dezentrale Anlagen mit am Laufen halten sowie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen unterstützen.
So viele Konflikte wie nie zuvor
Nie gab es seit dem Zweiten Weltkrieg mehr bewaffnete Konflikte. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lebt inzwischen jeder vierte Mensch in fragilen Kontexten. Deshalb gilt es, stabile Lebensbedingungen zu schaffen. Dafür setzt die GIZ an vielen Stellen an: Wir unterstützen dabei, Geflüchtete und Vertriebene unterzubringen, Rückkehrende einzugliedern, Betriebe zu fördern oder die Verständigung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu verbessern.
Sahelregion: Stabilisierung unter schwierigen Vorzeichen
In Westafrika machen bewaffnete Gruppen, politische Unruhen und wiederholte Militärputsche die Region unsicher. Armut und die Folgen des Klimawandels verschärfen die Lage zusätzlich. Bessere soziale und wirtschaftliche Perspektiven können dazu beitragen, diese Gebiete stabiler und sicherer zu machen. Am Südrand der Sahelzone bringt die GIZ im Auftrag der Europäischen Union und der Bundesregierung Akteur*innen verschiedener Länder an einen Tisch: In der Region zwischen Guinea, Mali und Senegal fördern wir etwa den Dialog zwischen lokalen Regierungen und unterstützen die Grenzgemeinden dabei, wirtschaftlich voranzukommen.
Wassersicherheit herstellen
Stabilität braucht auch einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen – allen voran Wasser. Einer UN-Studie Studie der Vereinten Nationen zufolge ist die Ressource nicht nur knapp, die Welt ist in puncto Wasser bereits „bankrott“. Viele Flüsse, Grundwasserleiter und Ökosysteme werden schneller ausgebeutet, als sie sich regenerieren können. Das befeuert Auseinandersetzungen auf lokaler und regionaler Ebene.
Grenzübergreifende Abkommen zwischen Anrainerstaaten und gemeinsames Verwalten von Wasser können gegensteuern. Wie am Tschadseebecken, einem der größten Wassereinzugsgebiete Afrikas im Zentrum des Kontinents. Die GIZ unterstützt ihre Partner dabei, die Wasservorkommen des Tschadsees konfliktfrei und nachhaltig zu nutzen und dadurch mehr Stabilität in die Sahelregion zu bringen.
Auch auf lokaler Ebene gilt: Wo Wasser knapp ist, entstehen Konflikte. In Mali, einem Sahelland in Westafrika, setzt die GIZ daher auf umfassende Lösungen: vom Zugang zu Wasserquellen bis zur Stärkung lokaler Gemeinschaften.
Sicherheit im Indopazifik – gemeinsam stärker
Beim Engagement der GIZ für mehr Sicherheit geht es nicht nur um den Aufbau friedlicher und nachhaltiger Strukturen. Die Bedrohungen sind inzwischen vielschichtiger. Oft gehen sie von Cyberangriffen, Drohnen oder Desinformationskampagnen, sogenannten Fake News, aus. Solche hybriden Szenarien sind besonders gefährlich, weil sie neue Technologien und Strategien gleichzeitig anwenden und damit klassische Sicherheitsmechanismen unterlaufen.
Die GIZ hat sich als kompetente Partnerin auch bei hybriden Bedrohungen positioniert. Zusammen mit ihrem französischen Pendant agiert sie beispielsweise als Vermittlerin zwischen europäischen und asiatischen Sicherheitskräften. Der Auftrag von der Europäischen Union, dem Auswärtigen Amt und dem französischen Außenministerium wird dabei von GIZ International Services, dem steuerpflichtigen Bereich der GIZ, durchgeführt.
„Europa und der Pazifik haben mehr gemeinsam, als es erscheinen mag. In wirtschaftlicher Hinsicht, aber auch in Sicherheitsfragen. Zum Beispiel bei hybriden Bedrohungen wie Cyberangriffen oder Fake News. Hier kann die GIZ helfen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln.“
Zwischen Deutschland und Staaten im Indopazifik ist über Jahre Vertrauen gewachsen. Daran hat die GIZ einen entscheidenden Anteil. Das betont auch Dr. Kao Kim Hourn, Generalsekretär des südostasiatischen Regionalverbands ASEAN, in einem GIZ-Interview.
Unser Einsatz für Frieden, Sicherheit und Stabilität ist heute bedeutsamer denn je. Durch gemeinsames Handeln lassen sich Krisen abmildern, Vertrauen und stabile Lebensbedingungen aufbauen. So können die Menschen in Sicherheit leben – unmittelbar vor Ort und ebenso in Deutschland und Europa.