Deutsch-indisches Energieprogramm (IGEN)

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-indisches Energieprogramm (IGEN)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Bureau of Energy Efficiency (BEE), Central Electricity Authority (CEA), Ministerium für Energieversorgung (MoP), Ministerium für neue und erneuerbare Energien (MNRE), indische Regierung
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019


Indien. Solaranlage

Ausgangssituation
Indien verbraucht inzwischen jährlich mehr als 24.000 Petajoule Energie, erreicht aber mit einem Stromverbrauch von etwa 1000 Kilowattstunden pro Kopf nicht einmal ein Siebtel des Energieverbrauchs eines Industrielandes. Dadurch entstehen in allen Bereichen der Gesellschaft und in ländlichen Regionen genauso wie in städtischen Ballungsräumen große Herausforderungen. Denn unabhängig davon, ob private Haushalte, Industrieunternehmen oder Dienstleister betroffen sind: Der eingeschränkte Zugang zu Energie begrenzt die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung und der Armutsbekämpfung.

Auch die Qualität der Energieversorgung ist ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung Indiens. Auf einem Energiemarkt mit knappem Angebot bei stark steigender Nachfrage können zwei Strategien als entscheidend für die künftige Entwicklung angesehen werden: 1. die Ausschöpfung des Energieeinsparpotenzials, um Energieverluste entlang der gesamten Lieferkette zu verringern und dadurch den Ressourceneinsatz zu optimieren und die Kosten zu senken, und 2. die massive Einführung erneuerbarer Energien und deren Integration in die Stromnetze, um den Energiemix zu diversifizieren.

Indien hat sich 2015 das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2022 175 Gigawatt erneuerbarer Energien zu installieren, davon allein 100 Gigawatt Photovoltaik. Der Strom aus den neu gebauten Anlagen muss aber auch zu den Lastzentren transportiert werden und das Netz muss das neue, stark schwankende Stromaufkommen optimal aufnehmen. Zusätzlich will Indien Energieeffizienz und Emissionsintensität des Bruttoinlandsprodukts bis 2030 um 33 bis 35 Prozent des Niveaus von 2005 reduzieren.

Ziel
Die Rahmenbedingungen für die Netzintegration von erneuerbarer Energie und für die effiziente Energienutzung sind verbessert. Der PAT II Cycle hat verpflichtete industrielle Großenergieverbraucher.

Vorgehensweise
Die GIZ führt das deutsch-indische Energieprogramm im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durch. Sie stimmt sich dabei mit der KfW Entwicklungsbank ab und arbeitet mit ihren indischen Partnern zusammen. Das Energieprogramm fördert Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und die Netzintegration erneuerbarer Energien. Im Hinblick auf die Energieeffizienz liegt der Schwerpunkt des Programms auf der Unterstützung der Regierung bei der Einführung und Umsetzung von Energieeinsparzertifikaten für die Großindustrie.

Im Bereich der Netzintegration erneuerbarer Energien werden folgende Ergebnisse angestrebt:

  • Verbesserte Marktmechanismen und Regularien für die Einspeisung von erneuerbaren Energien liegen entscheidungsreif vor.
  • Technische und institutionelle Voraussetzungen zur Netzintegration von erneuerbaren Energien sind in ausgewählten Unionsstaaten, Regionen und auf nationaler Ebene vorhanden.
  • Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Lastverteilzentren in ausgewählten Unionsstaaten, Regionen und auf nationaler Ebene haben ihre Kompetenzen zur Netzintegration von erneuerbaren Energien verbessert.

Wirkungen
Das Vorgängerprogramm war von 2003 bis 2015 in Indien aktiv und konnte in dieser Zeit einiges erreichen. Hier nur einige Beispiele:

  • Die Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten und energieintensiven Maschinen und Anlagen wurde vorangetrieben und ist inzwischen weit fortgeschritten.
  • Mehr als 10.000 Fachkräfte haben Prüfungen für die Zertifizierung als Energie-Manager oder Energie-Auditor abgelegt.
  • Die Privatwirtschaft investiert inzwischen mehr als 400 Millionen Euro pro Jahr in Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Dadurch konnten bis jetzt Energieeinsparungen mit einem Jahresvolumen von 300 Millionen Euro erzielt werden.
  • Mithilfe des Programms wurde die weltweit erste Berechnungsgrundlage zur Ermittlung des CO2-Emissionsfaktors für das indische Stromversorgungsnetz entwickelt.
  • Für 85 staatliche Wärmekraftwerke wurde eine Erfassung und Leistungsüberprüfung durchgeführt, die ein Einsparpotenzial von 6,92 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr ergeben hat.

Bahnkreuzung in Indien

Kontakt

Winfried Damm
winfried.damm@giz.de