Deutsch-Indisches Energieforum

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Indisches Energieforum
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Indien
Partner: Ministry of Power (MoP), Ministry of New and Renewable Energy (MNRE), Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Politischer Träger: Bundesverband Erneuerbare Energie, KfW Entwicklungsbank (KfW), Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) 
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

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Ausgangssituation

Um den strategischen politischen Dialog über die laufende Energiewende in beiden Ländern zu fördern und zu vertiefen, haben die Bundeskanzlerin und der indische Premierminister im April 2006 das Deutsch-Indische Energieforum (IGEF) gegründet. Den Vorsitz über den hochrangigen Lenkungsausschuss FORUM und seine Untergruppen haben die Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi), Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die indischen Ministerien für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) und Energie (MoP). Weitere wichtige Interessenvertreter bei allen Aktivitäten des IGEF sind unter anderem Wirtschaftsverbände und Vertreter der Privatwirtschaft.  Die Zusammenarbeit wird mithilfe des Verbindungsbüros in Neu Delhi und Berlin organisiert.

Ziel

Das IGEF bietet beiden Regierungen eine bilaterale Plattform für den Austausch über Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen der laufenden globalen Energiewende. Projekte der strategischen Zusammenarbeit werden von der IGEF initiiert und geben beiden Regierungen die Möglichkeit, den Dialog über Energiewendeprogramme zu verbessern.

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Vorgehensweise

Strategische Kooperationsprojekte zwischen der deutschen und der indischen Regierung, Forschungseinrichtungen und der Privatwirtschaft sind die Hauptziele des IGEF. Die Schwerpunkte dieses hochrangigen bilateralen Forums sind Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Energiesicherheit, Investitionen in Energieprojekte sowie kooperative Forschung und Entwicklung unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Herausforderungen zur Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung. Der Lenkungsausschuss des IGEF tagt jährlich unter dem Vorsitz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der deutschen Regierung und des indischen Ministeriums für Energie sowie der indischen Regierung. Er bietet eine Dialogplattform für hochrangige politische Entscheidungsträger und Vertreter von Branchenverbänden, Finanzinstituten und Forschungseinrichtungen aus Indien und Deutschland. Auf Arbeitsebene wurden vier thematische Untergruppen gebildet, die regelmäßig Sitzungen zu den folgenden Themen einberufen:

  • Effizienzsteigerung in fossil befeuerten Kraftwerken
  • Erneuerbare Energien
  • Energieeffizienz
  • Grüne Energiekorridore

Das Verbindungsbüro des IGEF (IGEF-SO) wurde in Indien und Deutschland mithilfe von technischen und finanziellen Experten der KfW Entwicklungsbank, der GIZ und des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) eingerichtet, um allen relevanten Interessengruppen Unterstützungsleistungen anzubieten. Es dient als erste Anlaufstelle für Vertreter der indischen und der deutschen Regierung sowie für die Unternehmen, die sich in den Prozess einbringen wollen. Darüber hinaus beantwortet das IGEF-SO Fragen zu Vorschlägen für den IGEF-Dialog oder IGEF-Projekte und allen anderen Themen, die für seine Interessengruppen relevant sind. Das IGEF-SO bietet Informationsdienste und Hintergrundstudien an, organisiert Schulungen, Workshops und Informationsreisen zu Themen, die für den bilateralen Dialog zentrale Bedeutung haben.

Wirkungen

Deutschland und Indien unterstützen sich durch Wissensaustausch, Investitionsförderung und Zusammenarbeit in der Energieforschung und -entwicklung gegenseitig bei der Erreichung ihrer energiepolitischen Ziele.

Das IGEF-SO ist seit 2008 aktiv und unterstützt die Umsetzung der IGEF-Aktivitäten. Regelmäßige Treffen der Arbeitsgruppen finden in Berlin und Neu-Delhi statt. Seit der Gründung des IGEF wurden Hunderte von Workshops und Studienreisen organisiert und die Aktivitäten des IGEF bei führenden Konferenzen, Tagungen und Veranstaltungen des Energiesektors präsentiert. Die Website des IGEF wird regelmäßig mit branchenspezifischen Informationen, Veranstaltungsberichten und Dokumentationen aller Treffen aktualisiert. Kooperationsprojekte und Aktivitäten, die seit der Gründung der IGEF initiiert wurden, sind unter anderem:

  • Initiierung des Programms „ComSolar“, das die potenziellen Vorteile der Integration von Solartechnik in städtische Gebiete und die Industrie aufzeigt. Erfolgreiche Aktivitäten sind zum Beispiel dachmontierte Photovoltaikanlagen auf der Delhi Metro Rail Corporation sowie die hochinnovative Solarenergie-Demonstrationsanlage India One in Mount Abu (Strom, Wärme, Lagerung).
  • Aufbau einer Tri-Generations-Pilotanlage, die gleichzeitig Strom, Wärme und Kälte erzeugt, im Jai Prakash Narayan Apex Trauma Centre in New Delhi. 
  • Einführung eines landesweiten Solar-Mess- und Überwachungsprogramms (SolMap) mit dem Partnerinstitut NIWE zur Bereitstellung verlässlicher Daten zur Sonneneinstrahlung und zur Überwachung der Effizienz von derzeit in Betrieb befindlichen Solaranlagen. Die Daten werden über den Global Solar and Wind Atlas der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) veröffentlicht.
  • Integration von erneuerbaren Energien in das indische Stromnetz in großem Umfang durch das Programm „Grüne Energiekorridore“ und die Flexibilisierung von Kohlekraftwerken.