Deutsch-Chinesische Energiepartnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Chinesische Energiepartnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Volksrepublik China
Politischer Träger: Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC); Nationale Energieadministration (NEA)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Ausgangssituation

Die energiepolitische Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China hat ihren Ursprung im Jahr 2006. Im Frühjahr 2013 wurde vereinbart, die Kooperation zum Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung zu vertiefen. Angesichts der Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten und der Zieltrias der deutschen Energiewende – Treibhausgasreduktion, Ausbau erneuerbarer Energien, Steigerung der Energieeffizienz – ist die Bundesregierung, unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), mehrere bilaterale Energiepartnerschaften eingegangen. Neben der Deutsch-Chinesischen Energiepartnerschaft gibt es weitere Partnerschaften mit anderen wichtigen Erzeuger- und Verbraucherländern wie Indien, Südafrika, Mexiko und Brasilien.

Der Aufbau einer sicheren, bezahlbaren und umweltfreundlichen Energieversorgung ist auch für China ein klares, strategisches Ziel. Das Land steht dabei vor immensen Aufgaben. Als weltweit größter Energieverbraucher hat China erheblichen Einfluss auf die künftige Entwicklung der globalen Energieversorgung, der Energiemärkte sowie des weltweiten CO2-Ausstoßes. Ein intensiver Austausch zu Erfahrungen mit der Energiewende und Ansätzen beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Erhöhung von Energieeffizienz liegt deshalb in deutschem und chinesischem Interesse.

Ziel

Deutschland und China arbeiten bei der Liberalisierung der Strommärkte, der Verbreitung effizienter Energietechnologien sowie beim Ausbau und der Systemintegration erneuerbarer Energien erfolgreich zusammen.

Vorgehensweise

Die Energiepartnerschaft verknüpft einen hochrangigen Regierungsdialog mit fachlicher Beratung unter Beteiligung der Wirtschaft. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC) sowie die Nationale Energieadministration (NEA) der Volksrepublik China einigten sich auf Schwerpunkte der Zusammenarbeit, die in zwei thematischen Arbeitsgruppen behandelt werden:

  1. Arbeitsgruppe Energie
    Förderung und Systemintegration von erneuerbaren Energien
    Strommarktregulierung und -reform
    Netzregulierung und -ausbau, Speicher, Smart Grids (Digitalisierung der Energiewende)
    Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien
  2. Arbeitsgruppe Energieeffizienz
    Energieeffizienz in Gebäuden und in der Industrie
    Lastmanagement
    Energiesparende Produkte
    Geschäfts- und Finanzierungsmodelle

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH setzt die Energiepartnerschaft im Auftrag des BMWi um und hat ein Energiepartnerschaftssekretariat mit Ansprechpartnern in Peking und Berlin eingerichtet. Das Sekretariat fungiert als Anlaufstelle für deutsche und chinesische Akteure, die sich in die bilaterale Energiepartnerschaft einbringen möchten. Aktive Mitarbeit, vor allem der Wirtschaft, ist dabei gewünscht. Firmen können ihre Energietechnologien und Lösungen für Probleme der Energiewende bei Fachveranstaltungen präsentieren und in den bilateralen energiepolitischen Dialog einspeisen.

Die GIZ berät bei der fachlichen und strategischen Umsetzung der Energiepartnerschaft und organisiert Studienreisen und Workshops. Sie unterstützt die Deutsch-Chinesische Energiepartnerschaft außerdem durch wissenschaftliche Studien zu Themen und Fragen, die von den politischen Vertretern beider Länder ausgewählt werden.

Wirkungen

Die Deutsch-Chinesische Energiepartnerschaft trägt dazu bei, die Erfahrungen der deutschen Energiewende in China zu verbreiten und chinesische Akteure der Energiewirtschaft für die Herausforderungen der Energiewende zu sensibilisieren. Regelmäßige Arbeitsgruppentreffen sowie hochrangige bilaterale Treffen ermöglichen einen intensiven politisch-fachlichen Dialog zur Energiewende zwischen deutschen und chinesischen Entscheidungsträgern.

Zahlreiche unterjährig veranstaltete Expertenworkshops, Studienreisen und Round Tables, unter Einbindung der Privatwirtschaft, intensivieren den Dialog über Energiethemen zwischen Deutschland und China. Als Ergebnis dieser Formate konnten die gesetzlichen und technischen Rahmenbedingungen im chinesischen Energiemarkt im Sinne einer nachhaltigeren Entwicklung verbessert werden. So wurde zum Beispiel das Instrument der Energieeffizienznetzwerke nach deutschem Vorbild aufgegriffen, um vor allem in der energieintensiven Industrie Chinas Energieeinsparungen zu fördern. Auch die chinesische Förderpolitik für erneuerbare Energien orientiert sich an Erfahrungen aus Deutschland

Die Energiepartnerschaft unterstützt den bilateralen Austausch auch im Rahmen wichtiger internationaler Veranstaltungen, wie dem International Forum on Energy Transition 2016 (IFET) in Suzhou. Beide Länder sprachen sich dort für die Unterstützung der Energy Transition Coalition aus, die auf dem Berlin Energy Transition Dialogue (BETD) 2017 formal initiiert wurde. Die Umsetzung einer globalen Energiewende wird so unterstützt und vorangetrieben.

1_AG Energie, Herdan - Liang, Juni 2017_new size