Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft (PAREMA)
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung (MEM)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2022

GIZIMAGE_Parema_Logo

Ausgangssituation

Die Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft (PAREMA) wurde 2012 mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung der zuständigen Minister geschlossen. PAREMA ist die zentrale Plattform für den institutionalisierten energiepolitischen Dialog zwischen Deutschland und Marokko. Sie zielt nicht nur darauf ab, einen Beitrag zur globalen Energiewende zu leisten, sondern auch die marokkanischen Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen.

PAREMA ist Teil des Globalvorhabens „Unterstützung Bilateraler Energiepartnerschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern“. Die GIZ unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei der Umsetzung und konzeptionellen Weiterentwicklung der Energiepartnerschaften (EP) mit Algerien, Brasilien, Chile, China, Jordanien, Indien, Marokko, Mexiko, Südafrika und Tunesien sowie beim Aufbau neuer Dialogstrukturen mit weiteren Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ziel

Marokko baut eine nachhaltige Energieversorgung auf und setzt dabei auf erneuerbare Energien und effiziente Energietechnologien. Ein Schwerpunkt ist es, die regulatorischen Rahmenbedingungen zur Förderung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu schaffen.

Vorgehensweise

Kooperations- und Themenfelder der Energiepartnerschaft sind unter anderem:

  • Unterstützung bei der Erarbeitung langfristiger Energiestrategien
  • Flankierung marktnaher Wirtschafts- und Forschungsprojekte
  • Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklung von Niedrigemissionsstrategien durch Energieprojekte
  • Beratung bei der Markt- und Systemintegration erneuerbarer Energien
  • Öffnung der Nieder- und Mittelspannungsnetze für die Einspeisung von Strom aus Photovoltaikanlagen
  • Förderung von Maßnahmen zu Energieeffizienz

Die Energiepartnerschaft besteht zwischen dem BMWi und dem marokkanischen Ministerium für Energie, Bergbau und Umwelt (MEM).

Weitere zentrale Akteure sind:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Auswärtiges Amt (AA)
  • Agentur für Nachhaltige Energien (MASEN)
  • Agentur für Energieeffizienz (AMEE)
  • Wasser-und Stromversorger sowie Netzbetreiber (ONEE)
  • Gesellschaft für Energieinvestitionen (SIE) als Super ESCO
  • Forschungsinstitut für Solarenergie und erneuerbare Energie (IRESEN)

Mit Unterstützung der GIZ wurden zwei ständige Sekretariate mit Sitz im MEMDD in Rabat und Berlin zur Implementierung von PAREMA gegründet. Es dient den Akteuren als erste Anlaufstelle und Informationsplattform für die Aktivitäten der Energiepartnerschaften. 

Wirkungen

Der marokkanische König hat im November 2018 angewiesen, das ursprünglich geplante Ziel eines 52%igen Kapazitätsanteils von Erneuerbaren Energien an der installierten Stromkapazität bis 2030 zu erhöhen. Dies bestätigt die Richtung des Stromausbauplans der nationalen Wasser- und Elektrizitätsbehörde ONEE. Die Empfehlungen der Energiepartnerschaften zur Vision 2050 sind hierbei eingeflossen. Der finale Ausbauplan soll nun nächstes Jahr von der ONEE fertiggestellt werden.

Auf dem 1. Deutsch-Marokkanischen Energietag zum Thema „Making a Successful Energy Transition“ nahmen mehr als 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Forschung, Think Tanks, Medien, und Zivilgesellschaft teil und diskutierten Schlüsselthemen der Energiewende in Marokko. Dabei wurde das Interesse für die Entwicklung von „Power-to-X“ (PtX) geweckt. In 2018 fand daraufhin eine Sondierungsreise des Forschungsinstituts für Solarenergie und erneuerbare Energien (IRESEN) nach Deutschland statt. Im Anschluss wurde im Rahmen der Energiepartnerschaft eine Machbarkeitsstudie zu den Chancen von „Power-to-X“ (PtX) in Marokko initiiert. Das Vorhaben stieß insbesondere bei der deutschen Energieindustrie hinsichtlich möglicher Importchancen auf großes Interesse.

Gemeinsam mit Verbänden wurde ein nationales Qualitätslabel für Installateure von Photovoltaikanlagen „taqa pro“ ins Leben gerufen. Das Qualitätslabel zielt darauf ab, Installateure für Klein-PV Anlagen bis 20kW, größere PV Anlagen bis 2MW und für Solarpumpen-PV Anlagen in einem "Qualitätsansatz" einzubeziehen. Das Label „taqa pro“ umfasst eine Kontrollliste der wichtigsten Normen, drei verschiedene Schulungsprogramme und eine Selbstverpflichtungscharter für Installateure, ein Internetportal, auf dem geprüfte Installateure registriert werden, sowie ein Kontrollsystem für Kunden. Durch die Einführung des Labels werden die Beziehungen zwischen der marokkanischen und deutschen Wirtschaft in diesem Sektor ausgebaut und die Qualitätssicherung für deutsche PV-Firmen in Marokko durch den neuen Kontrollmechanismus erleichtert.

AZI_0647