Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft (PAREMA)
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung (MEMDD)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Ausgangssituation

Die Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft (PAREMA) wurde 2012 mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung der zuständigen Minister geschlossen. Marokko hat enormes Potenzial für die Erschließung von erneuerbaren Energien, vor allem bei Solar- und Windenergie. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Europa und der bereits bestehenden Stromanbindung könnte Marokko in den europäischen Strommarkt integriert werden. Langfristig wäre so ein Austausch nachhaltiger Energie zu beiderseitigem Vorteil möglich.

PAREMA, eine der bilateralen deutschen Energiepartnerschaften mit Energieerzeuger-, Energietransit- und Verbraucherländern, wird von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beraten und unterstützt. Neben der Arbeit in multilateralen Organisationen und Initiativen sind die Energiepartnerschaften das zentrale Instrument der energieaußenpolitischen Strategie der Bundesregierung unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Aufgaben und Chancen einer strukturierten, zielorientierten internationalen Energiepolitik der Bundesregierung sind: für die Ziele und Umsetzungsschritte der deutschen Energiewende zu werben, zukunftsweisende Energiepolitik international zu gestalten, neue Partner zu gewinnen und gemeinsame Initiativen und Handlungsspielräume zu ermitteln und zu nutzen. Die strategische Orientierung für die Zusammenarbeit mit den Partnerländern leitet sich aus den Zielen der deutschen Energiepolitik ab, wie Versorgungssicherheit, Klima- und Umweltschutz sowie Flankierung deutscher Unternehmen und Technologien auf Auslandsmärkten.

Ziel

Marokko baut eine nachhaltige Energieversorgung auf und nutzt erneuerbare Energien und effizientere Energietechnologien.

Vorgehensweise

Die Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft ist die zentrale Plattform für den institutionalisierten Dialog über die Energiepolitik zwischen Deutschland und Marokko. Ihr Ziel ist es, Marokko dabei zu unterstützen, eine nationale Energiepolitik für nachhaltige Energieversorgung zu entwickeln und umzusetzen. Ein Schwerpunkt ist es, förderliche Rahmenbedingungen für einen offenen, transparenten und nachhaltigen Energiemarkt zu schaffen.

Kooperations- und Themenfelder der Energiepartnerschaft sind: Erarbeitung langfristiger Energiestrategien, Unterstützung marktnaher Wirtschaftsprojekte, Forschungskooperationen, Entwicklung von Niedrigemissionsstrategien, Entwicklungszusammenarbeit sowie Beratung bei der Deregulierung und Öffnung der Nieder- und Mittelspannungsnetze für die Einspeisung von Strom aus Photovoltaikanlagen. Neben der Einbindung von Vertreter der Privatwirtschaft, steht die Energiepartnerschaft Vertretern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft offen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das marokkanische Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung (MEMDD) koordinieren die Partnerschaft. Weitere zentrale Akteure auf deutscher Seite sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Auswärtige Amt (AA). Die Solaragentur (MASEN), die Agentur für Energieeffizienz (AMEE), der Wasser-und Stromversorger ONEE, die Gesellschaft für Energieinvestitionen (SIE) und das Forschungsinstitut für Solarenergie und erneuerbare Energie (IRESEN) sind die maßgeblichen marokkanischen Akteure.

Das Steuerungsgremium wird von Vertretern der Regierungen und staatlicher Energiebehörden geleitet. Arbeitsgruppen arbeiten zu Themen wie „Entwicklungszusammenarbeit und Niedrigemissionsstrategien durch Energieprojekte“ und zur „Energiepolitischen Zusammenarbeit/Flankierung von Investitions- und Forschungsprojekten“.

Ein ständiges Sekretariat in Rabat unterstützt die Energiepartnerschaft seit 2012, mit Beteiligung der GIZ. Es dient den Akteuren als Ansprechpartner und Informationsplattform. Das Sekretariat begleitet die Vorbereitung und Durchführung von Gremiensitzungen, Workshops und Studienreisen organisatorisch-logistisch und fachlich-konzeptionell. Durch Öffentlichkeitsarbeit und Präsenz in der Fachkommunikation fördert es die Sichtbarkeit der Energiepartnerschaft und ihrer Anliegen. Darüber hinaus beteiligt sich das Sekretariat am energiepolitischen Erfahrungsaustausch mit anderen Energiepartnerschaften.

Wirkungen

Regelmäßige Steuerungs- und Arbeitsgruppentreffen ermöglichten einen institutionalisierten politischen Dialog zwischen deutschen und marokkanischen Entscheidungsträgern. Das Sekretariat der Deutsch-Marokkanischen Energiepartnerschaft war darüber hinaus an den Gesprächen der Minister beider Länder beteiligt, die zu einer Absichtserklärung über die weitere Gestaltung gemeinsamer Initiativen führten. Teil dieser Übereinkunft ist der Beschluss, dass das Sekretariat den Prozess zur Entwicklung einer „Energievision 2050 für Marokko“ unterstützt.

In Zusammenarbeit mit weiteren Vorhaben der GIZ wurden Szenarien für eine größtenteils auf erneuerbaren Energien beruhende Energieversorgung bis 2050 erarbeitet. Erste Ergebnisse, vor allem zur Minderung fossiler Ausbaupläne, sind in die Diskussionen zum langfristigen Stromausbauplan zwischen ONEE (Netzbetreiber und Stromversorger), MASEN (Stromproduzent) und MEMDD (Energieministerium) eingeflossen.

Mehrere Wirtschaftsgespräche zu den Investitionsbedingungen im marokkanischen Energiesektor fanden statt, an denen deutsche und marokkanische Schlüsselakteure teilnahmen. So fließen die Interessen der Privatwirtschaft an erneuerbaren Energien in den politischen Dialog ein. Unternehmensübergreifende Lösungen für Marktzugangsprobleme und Investitionshemmnisse können darüber hinaus direkt mit energiepolitischen Entscheidungsträgern im Partnerland entwickelt werden.

Um den marokkanischen Solarmarkt zu fördern, wird der marokkanische Solarverband durch Schulungen gestärkt.

Die umfangreiche Berichterstattung in der marokkanischen Presse über Konferenzen mit hochrangigen politischen Teilnehmenden, wie der UN-Klimakonferenz in Marrakesch (2016) oder dem Berlin Energy Transition Day 2017, machte Themen und Ziele deutscher Energiepolitik sichtbar.