Berufliche Bildung in Pakistan und der Mongolei

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben Build4Skills
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Finanzier: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei und Pakistan
Politischer Träger: Ministry of Labour and Social Protection (MLSP) (Mongolei)
National Vocational & Technical Training Commission (NAVTTC) (Pakistan)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Berufsausbildungen in vielen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sind oftmals wenig praxisnah und korrespondieren nicht mit den eigentlichen Bedarfen des Arbeitsmarktes. Viele Ausbildungsabsolvent*innen sind dementsprechend nicht auf die Anforderungen möglicher Beschäftigungsfelder vorbereitet, die ihrem Ausbildungsprofil entsprechen. Oftmals kennen sie ihren eigentlichen Arbeitskontext nicht oder nur aus kurzen Praktikumseinsätzen in Unternehmen. Betriebe sind daher häufig gezwungen nachholend auszubilden. 

In vielen Partnerländern der EZ legen fast ausschließlich staatliche Institutionen Lerninhalte, Ausbildungs- und Prüfstandards fest. Oft gehen diese an den Bedarfen des Arbeitsmarktes vorbei. Betriebe werden nicht systematisch als Ausbildungsort zur Vermittlung praktischer Kompetenzen genutzt und institutionalisiert. Zudem mangelt es an aussagekräftige Daten und Informationen zu Situation, Dynamiken und Trends auf dem Arbeitsmarkt und im Berufsbildungssystem. Damit fehlt eine wichtige Grundlage für berufsbildungs- und beschäftigungspolitische Politikansätze.

Bevölkerungswachstum und eine ansteigende Land-Stadt-Migration verschärfen Urbanisierung als globalen Megatrend und die Dringlichkeit für nachhaltige städtische Entwicklung. In Konfliktregionen gibt es wachsende Bedarfe im Hinblick auf den Wiederaufbau von Städten und das urbane Kulturerbe. All das bedingt einen hohen Fachkräftebedarf im Bausektor. Vor allem umfangreiche Infrastrukturprogramme bieten dabei ein hohes Ausbildungspotenzial für die Bevölkerung – bisher werden diese jedoch nur unzureichend genutzt. Internationale Baufirmen finden oftmals keine qualifizierten Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt vor Ort und greifen auf eigenes Personal, oft aus Drittländern, zurück.

Im Vordergrund des Vorhabens steht daher die Stärkung praxisnaher Ausbildungsanteile. Infrastrukturprogramme sollen Auszubildenden einen Lernort bieten. Inspiriert vom deutschen dualen Berufsbildungsmodell und den Erfolgen digitaler Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit steht die Förderung des betrieblichen, praxisnahen Lernens im Mittelpunkt.

Ziel

Die Voraussetzungen, Infrastrukturprogramme als praxisnahen Ausbildungsort zu nutzen, sind verbessert.

GIZ2019_Globalvorhaben_B4S-1

Vorgehensweise

Das Vorhaben hat die Vision, berufliche Bildung langfristig als Standard in öffentliche Ausschreibungen für Infrastrukturvorhaben zu integrieren. Um die Komplexität solcher Veränderungen wissend, sucht das Vorhaben zunächst den Dialog mit Entwicklungsbanken und nationalen Akteuren und analysiert so sowohl das politische Engagement als auch die Umsetzbarkeit des Ansatzes. Daneben werden Alternativmodelle ohne oder mit nur bedingt verbindlichem Charakter geprüft und entwickelt.

Build4Skills – was zeichnet das Vorhaben in der Vorgehensweise aus?

  • Mit der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) und Siemens wurden international etablierte strategische Partner gewonnen.
  • Daraus ergeben sich Kooperationsmodelle, aus denen wertvolle Erfahrungen für die deutsche EZ generiert werden können.
  • Der Anspruch berufliche Qualifizierung in Infrastrukturvorhaben und öffentliche Ausschreibungsprozesse konnte als Novum in der EZ integriert werden.
GIZ2019_Globalvorhaben_B4S-2

Wirkungen

Meilenstein in der Kooperationsbeziehung mit der Asiatischen Entwicklungsbank (Asian Development Bank, ADB) war ein strategischer Workshop, an dem Vertreter*innen der Bank, des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Vorhabens in Manila im Juli 2018 teilnahmen. Die Teilnehmenden verständigten sich über die Inhalte und Ziele des Vorhabens, die Einrichtung eines Steuerungsgremiums und über die Erarbeitung von Implementierungsrichtlinien.