Simona Costanzo-Sow: Bildung und Wissen haben Schlüsselrolle für Agenda 2030

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21.11.2016 – Die Kurskoordinatorin für nachhaltige Entwicklung bei der Fortbildungsakademie des Systems der Vereinten Nationen (UNSSC) im Interview.

Die im September 2015 verabschiedete Agenda 2030 ist der neue Rahmen für die internationale Zusammenarbeit und der zentrale nationale und internationale politische Fahrplan für nachhaltige Entwicklung. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist ein wichtiger Partner für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele.

Ein entscheidender Faktor dabei ist Bildung. Die Fortbildungsakademie des Systems der Vereinten Nationen (UNSSC) ist seit März 2016 mit dem Wissenszentrum für Nachhaltige Entwicklung in Bonn ansässig. Das Wissenszentrum bietet die Möglichkeit zu gemeinsamem Lernen und zum Wissensaustausch rund um die Agenda 2030 – sowohl für UN-Bedienstete als auch ihre staatlichen Partner. Simona Costanzo-Sow stellte die Arbeit des Zentrums bei einer gemeinsam von der Stadt Bonn und der GIZ organisierten Veranstaltung zu der lokalen und internationalen Umsetzung der Agenda 2030 Anfang September 2016 in Bonn vor. Welche Bedeutung Bildung für die Umsetzung der Agenda 2030 hat, erklärt die Kurskoordinatorin für nachhaltige Entwicklung im Interview.

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Frau Costanzo-Sow, ganz spontan: Was bedeutet die Agenda 2030 für Sie persönlich?

Vision und Plan für gemeinsames Handeln – mit weltweiter Gültigkeit. Für mich ist besonders wichtig, dass wir unseren Planeten mit der Agenda „ganzheitlicher“ betrachten: Es gibt eine gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Lösungsansätze. Soziale, wirtschaftliche und ökologische Überlegungen müssen zusammen betrachtet werden – als Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung.

Welche Rolle spielt Bildung bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele?

Bildung und Wissen spielen eine herausragende Rolle. Wenn die Menschen nicht über die größeren Zusammenhänge Bescheid wissen und sich darüber austauschen können, können sie ihr Denken und Handeln auch nicht weiterentwickeln und anpassen. Wir müssen mehr Räume und Gelegenheiten für Wissensvermittlung und -austausch schaffen – nicht nur in formellen Systemen, sondern auch über innovative Formate.

Es gibt weltweit immer mehr Krisenherde – vor welche Herausforderungen wird die Agenda 2030 durch die verschiedenen Konflikte gestellt?

Die Konflikte zeigen ja: Wir müssen langfristig eine faire und würdige Entwicklung für alle ermöglichen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind dabei ein sehr wichtiger Schritt, weil sie bei vielen der tiefen und strukturellen Gründe für aktuelle Krisen ansetzen.