Erträge steigern, Qualitätsstandards erfüllen

Cashews sind sehr begehrt. Ein Großteil davon wird in Afrika geerntet. Doch die Einkünfte der Kleinbauern, die sie anbauen sind sehr niedrig. Das soll sich nun ändern.

Afrikanische Cashew-Initiative

In der „African Cashew initiative“ (ACi) haben sich öffentliche und private Akteure zusammengetan, darunter das Deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Bill & Melinda Gates Stiftungen, aber auch mehr als dreißig internationale Privatfirmen sowie nationale Regierungen und lokale Organisationen. Die Initiative will den afrikanischen Cashew-Bauern helfen, wettbewerbsfähiger zu werden.

In Afrika werden rund 50 Prozent der weltweiten Cashew-Ernte produziert. Aufgrund der unzureichenden Qualität der Nüsse, einer geringen Produktivität, der ausgelaugten Böden, fehlender Organisation und schlechter unternehmerische Kenntnisse erwirtschaften die Bauern nur sehr niedrige Einkommen. Überdies werden nur etwa zehn Prozent der Ernte in Afrika weiterverarbeitet.

Seit 2009 setzt die GIZ in fünf Ländern ein Projekt um, das die Produzenten in verbesserten Abbaumethoden und besserer Betriebsführung berät, um ihre Erträge zu steigern, internationale Qualitätsstandards einzuhalten und somit ihr Einkommen zu erhöhen. Bisher kamen diese Maßnahmen mehr als 400.000 Bauern zugute, die ihr Netto-Einkommen aus Cashew auf rund 160 Euro steigern und damit mehr als verdoppeln konnten. Von diesem Anstieg profitieren mehr als 2,2 Millionen Haushaltsmitglieder. Die Produzenten wurden von gemeinsamer Vermarktung überzeugt und zudem mit lokalen verarbeitenden Betrieben in Kontakt gebracht. Die lokalen Verarbeitungsbetriebe haben bisher die Menge der verarbeiteten Nüsse fast verfünffacht. Auch hier trägt die Arbeit der Afrikanischen Cashew initiative deutlich Früchte: Die lokalen Betriebe haben insgesamt knapp 5.800 Arbeitsplätze geschaffen. Mit einem weiblichen Arbeitnehmeranteil von 73 Prozent trägt die Cashew-Industrie zudem auch zur Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt bei.

Dass innovative Technologien auch sehr arme Bevölkerungsgruppen voranbringen können, beweist das von der GIZ mit drei internationalen Partnern durchgeführte Projekt ebenfalls. Es kombiniert verschiedene Strategien. Beispielsweise lässt das Vorhaben eine Kooperative von Cashew-Produzenten im Westen Ghanas eine Software testen, die SAP entwickelt hat. Sie soll die Wertschöpfungskette sowohl transparenter als auch effizienter machen. Wie funktioniert das?

Mit der Applikation von SAP können Mitarbeiter der Genossenschaft via Smartphone die von den Bauern zur Kooperative gebrachten Cashew-Säcke einscannen und das festgestellte Gewicht unter dem Namen des Bauern speichern. Bisher wurden Namen und Gewicht nur handschriftlich dokumentiert. Dank der elektronisch gespeicherten Informationen weiß nun der Geschäftsführer der Genossenschaft, welcher Bauer ihm wie viele Kilos an Cashew-Nüssen verkauft hat. Mit derselben Software kann er auch die Lagerbestände verwalten und planen, wann er einen Transport zur Weiterverarbeitung der Nüsse losschickt. So erzielt neueste Technik vorzeigbare Erfolge bei der Verringerung von Armut.

Das Konzept und die messbaren Erfolge der Afrikanischen Cashew-Initiative überzeugten auch die Jury des „DACPrize 2015 Taking Innovation to Scale“, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verleiht: Unter 43 Projekten bestimmte sie die Initiative, die vom BMZ als Beispiel für innovative deutsche Entwicklungsansätze vorgeschlagen wurde, zu einem von drei Gewinnern des Preises für die Realisierung von innovativen Ansätzen im Entwicklungsbereich, die nach der Pilotphase eine breite Wirkung zeigen. Die elfköpfige Jury honorierte vor allem den vielfältigen methodischen Ansatz der Initiative und ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem öffentlichen sowie privaten Sektor.