Dreieckskooperation Chile, Australien, Paraguay, Deutschland: ‚Paraguay entre todos y todas‘ – Stärkung der nationalen Strategie für Sozialpolitik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionaler Fonds zur Förderung der Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik – Einzelmaßnahme: Paraguay entre todos y todas – Stärkung der nationalen Strategie für Sozialpolitik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Chile (Partnerland), Paraguay (Empfängerland)
Politischer Träger: Planungssekretariat Paraguay
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

Paraguay ist von großer wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit geprägt. 30 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut. Im Human Development Index der Vereinten Nationen rangiert das Land im regionalen Vergleich auf einer niedrigen Position. Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern sind die Einkommen besonders ungleich verteilt.

Die paraguayische Regierung begegnet dieser Situation durch die Einführung einer spezifischen Sozialpolitik und eines sozialen Sicherungssystems. Ein wichtiger Schritt war die Einführung des landesweiten Sozialprogramms „Paragay entre todos y todas“. Die Umsetzung und Koordination der Maßnahmen verschiedener Ressorts sind eine große Herausforderung, vor allem auf Gemeindeebene. Dienstleistungen, etwa im sozialen Wohnungsbau, der Gesundheitsversorgung und der Kinderbetreuung, sind nicht bedarfsgerecht.

In den letzten Jahren hat sich eine intensive und produktive Kooperation zwischen Chile und Paraguay zu verschiedenen sozialen Themen entwickelt. Sie geht unter anderem auf die Erfahrungen der deutschen internationalen Zusammenarbeit mit Chile im Sozialbereich zurück – besonders im Wohnungsbau. Auf diesen Erfahrungen wird im Rahmen der Dreieckskooperation aufgebaut. Kooperationspartner sind, neben der GIZ, die chilenische Agentur für internationale Zusammenarbeit (AGCI) und die australische Kooperationsagentur, die sich mit einer Kofinanzierung beteiligt

Ziel

Zur Umsetzung der ressortübergreifenden paraguayischen Sozialpolitik liegt eine koordinierte, landesweite Strategie vor. Ihre Entwicklung wurde von chilenischen Akteuren unterstützt. In einem ländlichen und einem städtischen Pilotgebiet wird die Strategie modellhaft umgesetzt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Entwicklung einer Umsetzungsstrategie für die paraguayische Sozialpolitik. Die geförderten Aktivitäten zielen vor allem auf die Veränderungen im sozialen Wohnungsbau, bei Gesundheitsversorgung und Kinderbetreuung. Dabei steht die Einführung eines umfassenden und koordinierten Ansatzes im Vordergrund, der alle an der Sozialpolitik beteiligten Akteure einschließt.

Das Projekt basiert auf einem territorialen Ansatz für soziale Intervention und wendet ihn in einer ländlichen und einer städtischen Pilotregion an. Dabei wird die Zusammenarbeit mit staatlichen und privaten Akteuren gesucht und die betroffene Bevölkerung in den Gemeinden aktiv einbezogen, um so soziale Netzwerke unter Einbindung niedriger Einkommensgruppen zu fördern und ihren Zugang zu staatlichen Dienstleistungen zu verbessern.

Parallel zu diesen Maßnahmen bilden sich Vertreter der beteiligten staatlichen Institutionen mit Unterstützung von Institutionen aus Chile weiter. Sie sollen ihre Arbeit auf nationaler und Gemeindeebene kohärenter gestalten und besser koordinieren. Durchführungspartner des Vorhabens sind verschiedene chilenische und paraguayische Institutionen aus dem Sozialbereich.

Wirkung

Im Rahmen des Projekts wurde ein Managementmodell zur effektiveren Umsetzung von sozialen Dienstleistungen auf lokaler Ebene entwickelt und beispielhaft erprobt. Nach Abschluss der Aktivitäten wird es von der paraguayischen Regierung als ein zentrales Instrument zur Armutsbekämpfung genutzt. Es soll im Laufe der aktuellen Legislaturperiode in 16 Departamentos eingesetzt werden.

Bereits in der Pilotphase werden vermehrt indigene Bevölkerungsgruppen erreicht und in die Gestaltung der Sozialpolitik eingebunden.

Durch Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit werden in den Partnerinstitutionen entscheidende Neuerungen beim Community Management eingeführt und Netzwerke zur Verbesserung der intrainstitutionellen Kommunikation geschaffen.

Der Nationale Plan zur Steuerung der Wohnraumpolitik (Plan Nacional de Vivienda y Habitat, PLANHAVI) wird als zentrales Instrument des paraguayischen Wohnungsbauministeriums eingesetzt.

Auf der Grundlage des Plans hat das Ministerium eine Abteilung für die Umsetzung eingerichtet. Ein Großteil der Teilnehmenden an den Fort- und Ausbildungsmaßnahmen des Dreieckskooperations-Projekts hat in der aktuellen Regierung Schlüsselfunktionen übernommen. Dieser Wissenstransfer stärkt das Instrument und ermöglicht die nachhaltige Umsetzung des nationalen Plans.