Deutsch-brasilianische Energiepartnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Brasilianische Energiepartnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministerium für Bergbau und Energie (MME)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2022

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Ausgangssituation

Brasilien verfügt über großes Potenzial im Bereich erneuerbare Energien, insbesondere bei den Energieträgern Wind, Solar und Biomasse. Deren Wachstumsraten sind bemerkenswert und ersetzen zunehmend die Wasserkraft, deren Anteil von ursprünglich 80 Prozent auf 63 Prozent gesunken ist. Der brasilianische  Strommarkt gehört somit zu denjenigen, die weltweit am wenigsten Kohlendioxid ausstoßen, wo aber eine weitere Diversifizierung notwendig ist. 

Seit 2008 gibt es die Deutsch-Brasilianische Energiepartnerschaft. Sie ist Teil des Globalvorhabens „Unterstützung Bilateraler Energiepartnerschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern“. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei der Umsetzung und konzeptionellen Weiterentwicklung der Energiepartnerschaften (EP) mit Algerien, Brasilien, Chile, China, Jordanien, Indien, Marokko, Mexiko, Südafrika und Tunesien sowie beim Aufbau neuer Dialogstrukturen mit weiteren Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ziel

Die brasilianische Energiepolitik begünstigt eine nachhaltige, sichere und erschwingliche Energieversorgung. Beteiligte Akteure aus Wirtschaft, Politik und Forschung tauschen sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen aus.

Sitzung des Steuerungskomitee der Deutsch-Brasilianischen Energiepartnerschaft in Berlin, 2017

Vorgehensweise

Das BMWi ist auf deutscher Seite für die Umsetzung der Energiepartnerschaft verantwortlich. Der Kooperations- und Verhandlungspartner auf brasilianischer Seite ist das Ministerium für Bergbau und Energie (MME).
Weitere zentrale Akteure sind:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU),
  • Deutsche Botschaft, Brasília,
  • Ministerium für auswärtige Angelegenheiten (Ministério das Relaçoes Exteriores - MRE), 
  • Energieforschungsagentur (Empresa de Pesquisa Energética - EPE) 
  • Nationale Agentur für Elektrische Energie (Agência Nacional de Energia Elétrica - ANEEL). 

Neben den hochrangigen Steuerungsgremien hat das Vorhaben zwei thematische Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Diese tauschen sich regelmäßig über erneuerbare Energien, Bioenergie und Energieeffizienz aus. Die Arbeitsgruppen sind offene Gremien, an denen sich neben Regierungsvertreter*innen auch Vertreter*innen aus Wirtschaft, Forschung und der Zivilgesellschaft beteiligen. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Partnerschaft Fachworkshops, Konferenzen zur Energiepolitik und Studienreisen.
Das Sekretariat der Energiepartnerschaft arbeitet in Brasília und Berlin. Dieses unterstützt die Aktivitäten der Partnerschaft inhaltlich und organisatorisch. Es ist kompetenter Ansprechpartner für alle Beteiligten und interessierten Akteuren.

Wirkungen

  • Die Deutsch-Brasilianische Energiepartnerschaft hat regelmäßige Sitzungen der Steuerungs- und Arbeitsgruppen etabliert. Darin tauschen sich hochrangige politische Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen von Industrieunternehmen, Verbänden sowie Finanz- und Forschungseinrichtungen über die Entwicklungen und die Umsetzung der nationalen Energiepolitik aus. 
  • Für den Ausbau von erneuerbaren Energien haben mehrere Formate die Energiepolitik Brasiliens unterstützt. Dazu zählen zum Beispiel Workshops zu den Themen Auktionsmodelle, Marktgestaltung und Flexibilisierung in der Energiebranche sowie zu Energieeffizienz in der Industrie.
  • Weiterhin hat das Projekt Studienreisen zu Themen wie Energieeffizienzanreize durch Ausschreibungsmodelle im Strombereich durchgeführt.
  • Zur Förderung des energiepolitischen Austauschs gab es bereits zwei Deutsch-Brasilianische Energietage in São Paulo (Mai 2018) und in Rio de Janeiro (Juli 2019). Daneben gab es kleinere Veranstaltungen, die vor allem privatwirtschaftliche Belange in der Energiebranche berücksichtigten.
  • Das Projekt hat die Gründung und Durchführung von zwei Treffen des lokalen Wirtschaftsbeirats in São Paulo unterstützt. Mehr als 20 Vertreter*innen deutscher Unternehmen in Brasilien haben daran teilgenommen. Das hat zur Förderung der Privatwirtschaft und zu einem engeren Austausch zwischen Unternehmen und Behörden beigetragen.
  • Eine Wanderausstellung „Energiewende“ ist entstanden. Sie wurde in drei brasilianischen Städten gezeigt. Die Ausstellung vermittelt Themen zur Entwicklung der deutschen Energiewende.
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