Deutsch-brasilianische Energiepartnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-brasilianische Energiepartnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministerium für Bergbau und Energie
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Ausgangssituation

Die deutsch-brasilianische Energiepartnerschaft wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen. Aufgrund seines Reichtums an erneuerbaren Ressourcen besitzt Brasilien einen der CO2-ärmsten Energiesektoren der Welt. Etwa 60 Prozent des Stroms werden aus Wasserkraft erzeugt, wodurch der Energiesektor besonders flexibel im Hinblick auf die volatile Erzeugung von Strom aus Windkraft und Solarenergie. Gleichzeitig bieten die geographischen Gegebenheiten ein großes Potential für die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind und Biomasse.

Die deutsch-brasilianische Energiepartnerschaft bietet eine Plattform für hochrangige politische Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen aus der Industrie sowie von Verbänden, Finanzinstituten und Forschungseinrichtungen.

Ziel

Das Projekt fördert die Diskussion und den Erfahrungsaustausch zwischen Brasilien und Deutschland über Entwicklung und Umsetzung von nationalen Energiestrategien für erneuerbare Energien.

Sitzung des Steuerungskomitee der Deutsch-Brasilianischen Energiepartnerschaft in Berlin, 2017

Vorgehensweise

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist auf deutscher Seite für die Umsetzung der Energiepartnerschaft verantwortlich. Der Kooperations- und Verhandlungspartner auf brasilianischer Seite ist das Ministerium für Bergbau und Energie (MME).

Weitere zentrale Akteure auf deutscher Seite sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie die deutsche Botschaft in Brasilia. Auf der brasilianischen Seite sind das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten (MRE), das Energieforschungsinstitut (EPE) und die brasilianische Stromregulierungsbehörde (ANEEL) beteiligt. Vertreter*innen von Interessensverbänden, Unternehmen, Finanzinstituten und Forschungseinrichtungen sowie die Zivilgesellschaft beider Länder sind eingeladen, sich aktiv an der Energiepartnerschaft zu beteiligen.

Neben den hochrangigen Ausschüssen auf Vizeminister- bzw. Staatssekretärsebene wurden zwei thematische Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die sich regelmäßig zu erneuerbaren Energien, Bioenergie und Energieeffizienz austauschen. Diese Arbeitsgruppen sind offene Gremien, bei denen sich neben Regierungsvertreter*innen auch Interessenvertreter*innen aus Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft einbringen können. Im Rahmen der Energiepartnerschaft finden außerdem Fachworkshops, Konferenzen zur Energiepolitik sowie Studien- und Exkursionsreisen statt.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH wurde mit der Unterstützung der Energiepartnerschaft beauftragt. Zu diesem Zweck wurde ein Sekretariat beim MME in Brasilia sowie in Berlin eingerichtet, das im Rahmen der Energiepartnerschaft inhaltliche und organisatorische Unterstützung leisten und allen Beteiligten als Anlaufstelle dienen soll.

Wirkungen

Im Rahmen der deutsch-brasilianischen Energiepartnerschaft fanden die nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen statt, bei denen sich hochrangige politische Entscheider*innen und Vertreter*innen von Industrie, Verbänden, Finanzinstituten und Forschungseinrichtungen über die Entwicklung und Umsetzung der nationalen Energiepolitik Brasiliens zum Aufbau einer nachhaltigen, sicheren und erschwinglichen Energieversorgung ausgetauscht haben.

  • April 2017: Sitzung des Lenkungsausschusses in Berlin zur Festlegung von Themenschwerpunkten für die deutsch-brasilianische Energiepartnerschaft
  • Oktober 2017: Workshop der AG 1 „Erneuerbare Energien“ in Rio de Janeiro zum Thema „Marktgestaltung und Flexibilisierung des Energiesektors“
  • Oktober 2017: Studienreise und Workshop der AG 2 „Energieeffizienz“ in Deutschland; Themen: Anreize für Energieeffizienz; Ausschreibungsmodelle für Energieeffizienz im Stromsektor (am Beispiel des „Step-up-Programms“ und des Energiemanagementsystems nach ISO 50001)
  • April 2018: Workshop der AG 1 „Erneuerbare Energien“ in Berlin vor dem Berlin Energy Transition Dialogue (BETD 2018); Thema: Bedeutung von Auktionen bei der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien
  • Mai 2018: erster deutsch-brasilianischer Energietag in São Paulo; bestehend aus einem Besuch im Energieffizienzhaus E der BASF, einem Workshop zum Thema „Energieeffizienz in der Bauwirtschaft“ und einem Empfang bei der Wanderausstellung „Energiewende“ (AA).
  • Juli 2019: zweiter deutsch-brasilianischer Energietag bei Eletrobrás in Rio de Janeiro mit Diskussionen über „Die Chancen und Herausforderungen in den Energiesystemen der Zukunft“

Bei den folgenden Veranstaltungen hat die Privatwirtschaft mit ihrem Fachwissen zur Energiepartnerschaft beigetragen:

  • November 2017: Durchführung eines umfangreichen Workshops zur Energieeffizienz in der Industrie im Rahmen der deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage in Porto Alegre
  • Mai 2018: Zusammenkunft des ersten Local Business Advisory Council in São Paulo mit mehr als 20 Vertreter*innen deutscher Unternehmen in Brasilien; Realisierung in Zusammenarbeit mit dem BMWi, dem deutschen Generalkonsulat in São Paulo und der deutschen Botschaft in Brasília
  • Juni 2018: Podiumsdiskussion zur Energieeffizienz in der Industrie bei den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen in Köln (DBWT in BRA)
  • November 2018: Workshop der AG 2 „Energieeffizienz“ zum Thema „Digitalisierung und Energieeffizienz“ in Rio de Janeiro
  • Juli 2019: Zweites Treffen des Local Business Advisory Council in São Paulo mit mehr als 20 Vertreter*innen deutscher Unternehmen in Brasilien; Realisierung in Zusammenarbeit mit dem deutschen Generalkonsulat in São Paulo und German Trade and Invest (GTAI)

Durch die Wanderausstellung „Energiewende“, die in drei brasilianische Städten Halt gemacht hat, wurde die deutsche Energiewende mit Unterstützung durch die Energiepartnerschaft vermittelt und erklärt.