Deutsch-Südafrikanische Energiepartnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Südafrikanische Energiepartnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Südafrika
Politischer Träger: Energieministerium
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

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Ausgangssituation

Der südafrikanische Energiesektor ist in hohem Maße von fossilen Energieträgern abhängig; der Anteil von Kohle, Öl und Gas an der Stromerzeugung beträgt rund 90 Prozent. Hauptenergieträger ist Kohle, daher gehört das Land zu den 20 Ländern mit dem weltweit höchsten CO2-Ausstoß.

Wichtige Ziele der südafrikanischen Energiepolitik sind Energieeffizienz, eine verlässliche Energieversorgung, Schaffung von Arbeitsplätzen und ein steigender Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung.

Aufgrund seiner starken Wirtschaftskraft ist Südafrika ein interessanter Zielmarkt für deutsche Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren und konventionellen Energieerzeugung.

Ziel

Südafrika positioniert sich als Leuchtturmland für nachhaltige Energieversorgung in der Region. Dies trägt sowohl zum Klimaschutz als auch zur Entschärfung des globalen Wettbewerbs um knapper werdende Energierohstoffe bei.

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Vorgehensweise

Die 2013 ins Leben gerufene Deutsch-Südafrikanische Energiepartnerschaft unterstützt den Aufbau einer nachhaltigen Energieinfrastruktur, insbesondere einer CO2-armen Stromproduktion durch erneuerbare Energien, sowie die Steigerung der Energieeffizienz in Südafrika.

Die bilaterale Energiepartnerschaft verknüpft dazu einen hochrangigen Regierungsdialog mit praktischer, zielorientierter Projektarbeit. Die Einbindung der deutschen und südafrikanischen Wirtschaft ist integraler Teil des Vorgehens.

Auf politischer Ebene tagt einmal jährlich ein hochrangiger Steuerungskreis auf Staatssekretärs- (Deutschland) beziehungsweise Vizeministerebene (Südafrika)  – abwechselnd in Deutschland und in Südafrika. Darunter angesiedelt ist eine Arbeitsgruppe Energie. Diese bestimmt ebenfalls einmal jährlich unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums und des südafrikanischen Energieministeriums die fachlich-inhaltliche Umsetzung der Partnerschaft. Dabei werden Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft eingebunden.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt im Auftrag der Bundesregierung die Energiepartnerschaft und stellt das Sekretariat mit Sitz in Pretoria. Das Sekretariat ist Bindeglied zwischen den Partnerministerien und Anlaufstelle für deutsche und südafrikanische Akteure, die sich in die Energiepartnerschaft einbringen möchten.

Zudem berät die GIZ das Bundeswirtschaftsministerium bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Partnerschaft und organisiert die offiziellen Gremientreffen. In der Projektarbeit organisiert die GIZ zum Beispiel Expertenworkshops, Trainings, Studien oder Delegationsreisen zu den einzelnen Schwerpunktthemen. Die derzeitigen Schwerpunktthemen sind:

  • Neue Geschäftsmodelle für erneuerbare Energien und kommunale Energieversorger,
  • Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit Fokus auf Anwendung in Bussen,
  • Forschungskooperationen,
  • Energieeffizienz,
  • Unterstützung von deutschen „Energiewende“-Unternehmen in Südafrika: Im Wirtschaftsbeirat der Energiepartnerschaft werden wirtschaftsbezogene Themen mit deutschen und südafrikanischen Unternehmen diskutiert und in die politische Diskussion eingebracht (Business-to-Government, kurz B2G.

Wirkung

  • Es wurden vier hochrangige Steuerungskreistreffen und fünf Treffen der Arbeitsgruppe Energie organisiert.
  • Insgesamt sechs Studien und Diskussionspapiere zu Themen wie solare Warmwassererzeugung, Kooperation im Bereich Energieforschung, Wasserstoffforschung, Mikrobiogasanlagennutzung im Ostkap sowie neuen Geschäftsmodellen für Stadtwerke in Deutschland oder Südafrika wurden veröffentlicht.
  • Im Rahmen des Projektes gab es vier Studienreisen nach Deutschland (Themen: CO2-Abscheidung und -Speicherung, Flexibilisierung konventioneller Kraftwerke, wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenbusse, neue Geschäftsmodelle für Stadtwerke).
  • Es gab drei Workshops in Südafrika unter anderem zu Geschäftspotenzialen für den Privatsektor oder Brennstoffzellenbussen.
  • Das Projekt richtete zwei Treffen des lokalen Wirtschaftsbeirats der Energiepartnerschaft aus.