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Chile

Nach Chiles Rückkehr zur Demokratie 1990 hat Deutschland die bilaterale Zusammenarbeit mit dem Land wieder aufgenommen. Aktuell arbeiten 49 nationale und 10 internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 6 integrierte Fachkräfte in dem Land (Stand 31.12.2017).

Chile ist wegen seines anhaltenden Wirtschaftswachstums und seiner politischen Stabilität eines der Vorzeigeländer Lateinamerikas. 2010 wurde es als erstes Land Südamerikas in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufgenommen. Dennoch bestehen nach wie vor viele wirtschaftliche, soziale oder ökologische Strukturprobleme. Herausforderungen sind zum Beispiel hoher Treibhausgasausstoß durch konventionelle Kraftwerke, unzureichende Energieeffizienz oder Fachkräftemangel.

Die GIZ arbeitet zu folgenden Schwerpunkten in Chile:

  • Erneuerbare Energien: Mit dem Wirtschaftswachstum ist in Chile auch der Stromverbrauch enorm gestiegen. Seit Ende der 1990er-Jahre hat er sich beinahe vervierfacht. Der Ausbau konventioneller Kraftwerke und der steigende Verbrauch fossiler Brennstoffe haben zu deutlich mehr Treibhausgasemissionen geführt. Dies steht der Klimaschutzverpflichtung Chiles und seinen ehrgeizigen Treibhausgas-Minderungszielen entgegen. Die GIZ unterstützt daher die chilenische Regierung im Auftrag der Bundesregierung mit verschiedenen Programmen zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Berufsbildung: Seit 1980 arbeiten die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (spanische Abkürzung CEPAL) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen, um eine sozial und ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu fördern. 2003 wurde die Zusammenarbeit durch mehrjährige Kooperationsprogramme noch einmal intensiviert. 2017 wurde ein neues Programm zur Unterstützung bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in Lateinamerika und der Karibik aufgesetzt. Das Programm unterstützt die Länder der Region, die Ziele der Agenda 2030 in ihre nationalen Strategien und Entwicklungspläne einzubinden. Außerdem organisiert es hochrangige politische Dialogveranstaltungen zwischen Lateinamerika/der Karibik und der Europäischen Union/Deutschland. In Chile gilt es, die berufliche Bildung zu verbessern. Um dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, beraten und unterstützen integrierte Fachkräfte chilenische Institutionen zum Thema duale Ausbildung.
  • Einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes ist der Bergbau, er macht mehr als 50 Prozent der chilenischen Exporte aus. Die GIZ fördert eine wirtschaftliche, soziale und ökologisch nachhaltige Gestaltung und berät die Ministerien in der Region in Nachhaltigkeitsfragen. Dazu gehört auch der internationale Austausch zu Themen, die den Bergbau betreffen.
  • Umwelt und Klima: Die GIZ ist in Chile zu verschiedenen Themen tätig. So wird beispielsweise zu nachhaltiger Stadtplanung sowie Katastrophenrisikomanagement gearbeitet. Außerdem wird der Beitrag Chiles zu internationalen Dialogen, insbesondere zur Umwelt- und Klimapolitik, gefördert. Darüber hinaus ist eine integrierte Fachkraft im chilenischen Umweltministerium zum Thema Klimaanpassung im Einsatz.
  • Dreieckskooperation: Die GIZ unterstützt auch die Zusammenarbeit Chiles mit weiteren Ländern Lateinamerikas wie der Dominikanischen Republik, Paraguay, Kolumbien, Honduras und Guatemala. Zu Themen wie Jugendbeschäftigung, Wohnungsbau oder Ernährungssicherung übernimmt Chile hierbei als Schwellenland eine aktive Rolle: zusammen mit Deutschland als traditionellem Geberland wird ein „drittes“ Entwicklungsland im Rahmen von verschiedenen Projekten unterstützt. Chile kann so Erfahrungen und Wissen an andere Länder der Region weitergeben.

 

IUB 2018

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Sonnige Aussichten für saubere Energie

Chile gestaltet seinen Energiemix emissionsärmer und trägt so zum Klimaschutz bei.