Wenn alle gewinnen

Mit „Triple Win“ gehen GIZ und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit unter dem Dach des Centrums für internationale Migration und Entwicklung (CIM) neue Wege, um Fachkräfte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Davon profitieren Unternehmen in Deutschland, die Fachkräfte selbst und ihre Herkunftsländer.

Pflegefachkräfte fehlen in Deutschland überall. In Serbien, Bosnien-Herzegowina und den Philippinen, den Partnerländern des Projektes Triple Win, finden dagegen nur wenige Fachkräfte eine Arbeit. 2013 konnten deshalb qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger aus den drei Ländern für einen Arbeitseinsatz in Deutschland gewonnen werden. 2015 haben bereits 300 Fachkräfte ihre Arbeit in Deutschland aufgenommen, über 250 weitere Pflegekräfte befinden sich noch in der Vorqualifizierung in den Herkunftsländern.

Sorgfältige Planung

Das Projekt hat sich bei der Auswahl der Partnerländer am WHO-Kodex für die internationale Rekrutierung von Gesundheitsfachpersonal orientiert. Der Kodex regelt die Vermittlungs-, Auswahl- und Ausreiseprozesse und verhindert ein übermäßiges Abwandern von Talenten. Die Abläufe sind mit den Behörden der Herkunftsländer abgestimmt.

Die Fachkräfte erhalten meist über die lokalen Arbeitsämter Kontakt zum Projekt Triple Win. Sie reichen ihre Bewerbungsunterlagen ein, führen Auswahlgespräche zu ihrer Ausbildung und Berufserfahrung sowie zu ihrem persönlichen Hintergrund und ihrer Motivation. Auch Deutschkenntnisse spielen eine wichtige Rolle. Ausgewählte Fachkräfte vermittelt das Projekt dann an deutsche Krankenhäuser, die offene Stellen zu besetzen haben.

Wenn die Entscheidung für die Arbeitsmigration nach Deutschland steht, unterstützen die GIZ und die Arbeitgeber in Deutschland die Fachkräfte bei der Einreise und helfen beim „Ankommen“. Noch im Herkunftsland werden die Fachkräfte sprachlich und fachlich auf Ihre berufliche Tätigkeit und ihr Leben in Deutschland vorbereitet.

Innerhalb der ersten Monate in Deutschland erwerben sie parallel zu ihrer Arbeit die Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation in Deutschland.

Gute Erfahrungen

Im Rahmen des vorhergehenden Pilotprojektes sind rund 80 Fachkräfte aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland gekommen. Ihre Erfahrungen sind positiv. Sie fühlen sich integriert und haben sich beruflich und persönlich weiterentwickelt. Auch die Arbeitgeber sind sehr zufrieden.

Die Vermittlung der Fachkräfte in offene Stellen in Deutschland entlastet den Arbeitsmarkt in den Herkunftsländern, die den jungen Menschen derzeit kaum eine Perspektive bieten können. So entsteht eine Win-Win-Win-Situation.

Nach ihrem Einsatz in Deutschland können die Fachkräfte in ihre Heimatländer zurückkehren oder ihren Aufenthalt in Deutschland verlängern, wenn sie weiterhin als Gesundheits- und Pflegekräfte tätig sind. Für beide Wege sind sie bestens vorbereitet. Einige Fachkräfte möchten irgendwann zurückkehren, um die Pflegesituation in den Krankenhäusern ihrer Heimatländer verbessern zu helfen.

Das Projekt ist Vorbild für weitere Initiativen: Zu diesen zählt ein Vorhaben, das die GIZ im Auftrag des Auswärtigen Amtes durchführt. Dort erhalten 100 junge Ingenieure aus Tunesien die Chance auf eine befristete Beschäftigung in Deutschland. In ihrer Heimat haben sie keine Aussicht auf Arbeit.