Tunesien

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Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH arbeitet seit 1975 in Tunesien und ist seit 1999 mit einem Büro in Tunis vertreten. Auftraggeber der GIZ sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und weitere Geber, insbesondere das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die Europäische Union (EU).

Rund 40 entsandte, mehrere integrierte Fachkräfte und rund 150 nationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene die tunesischen Partner beim Aufbau von Institutionen, bilden Fachkräfte aus und stärken regionale und sektorale Kooperationen. Die Zusammenarbeit mit staatlichen, zivilgesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Beteiligten findet auch in den Regionen statt. Hierzu unterhält die GIZ Projektbüros in der Hauptstadt Tunis ebenso wie in Béja, Kairouan, Sidi Bouzid und Sfax, um Beteiligung und Demokratisierung dort zu stärken, wo Veränderungen die größte zu erwartende Wirkung entfalten.

Um die noch junge tunesische Demokratie zu stabilisieren und die Lebensbedingungen der Menschen aktiv und nachhaltig zu verbessern, unterstützt die GIZ Tunesien in vier Sektoren, mit besonderem Augenmerk auf der Entwicklung ländlicher Regionen.

Schutz natürlicher Ressourcen. Lebensgrundlagen wie Gewässer, Äcker und Wälder sind durch Übernutzung und den fortschreitenden Klimawandel akut gefährdet. Die GIZ unterstützt Tunesien dabei, diese natürlichen Ressourcen langfristig zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften.

Bisher hemmt insbesondere die niedrige Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Produkte den für Tunesien elementaren Landwirtschaftssektor. Die GIZ unterstützt daher die Erarbeitung einer nationalen Strategie für nachhaltige Landwirtschaft und fördert gezielt Wertschöpfungsketten. Dies schafft zusätzliche Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten in benachteiligten Regionen des Landes.

Zugleich herrscht insbesondere in Zentral- und Südtunesien extreme Wasserknappheit. Landwirtschaft, Industrie und Privathaushalte werden zu Konkurrenten der Wassernutzung. Mit dem Ausbau eines integrierten Wasserressourcenmanagements unterstützt die GIZ die partizipative Planung und verantwortliche Nutzung der knappen Ressource. Sie vermittelt dabei zwischen Bürgerinnen und Bürgern, öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft.

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Um seinen stetig steigenden Energiebedarf zu decken, ist Tunesien zunehmend abhängig vom Import von Öl und Gas. Das Energieversorgungssystem ist wirtschaftlich ineffizient.

Die geographische Lage bietet zugleich ein großes Potenzial für erneuerbare Energien, insbesondere für Solarenergie. Die GIZ unterstützt im Rahmen der deutsch-tunesischen Energiepartnerschaft bei der Förderung erneuerbarer Energien und verbessert die Energieeffizienz. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung des Solarmarktes in den Regionen. Die GIZ berät ihre tunesischen Partner, dazu politische Rahmenbedingungen zu entwickeln. Fachkräfte werden qualifiziert und das Investitionsklima verbessert.

Dieses Engagement trägt auch zum tunesischen Beitrag im internationalen Klimaschutz unter der UN-Klimarahmenkonvention bei. Tunesische und deutsche Expertinnen und Experten arbeiten am Aufbau eines zuverlässigen nationalen Systems, um Treibhausgase zu messen, zu dokumentieren und zu überprüfen (das sogenannte MRV-System). Sie entwickeln Klimaschutzmechanismen für die tunesische Zementindustrie und den Verkehrssektor im Großraum Sfax. Hierdurch kommt das Land nicht nur seinen internationalen Verpflichtungen nach, sondern trägt aktiv zum weltweiten Klimaschutz bei.

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Wettbewerbsfähigkeit sind zurzeit vorrangige Ziele der tunesischen Politik.

Die GIZ unterstützt im Auftrag der Bundesregierung bei zahlreichen Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaftsleistung in den Regionen Tunesiens. Unternehmerisches Denken und Handeln werden insbesondere in innovativen Wirtschaftsfeldern begleitet. Kleine und mittlere Unternehmen werden zu Personalmanagement, Technologietransfer und Marketing beraten.

Vor allem in benachteiligten Regionen schafft die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Zivilgesellschaft Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche: Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sollen einander angeglichen werden. Dazu dienen Fortbildungsmaßnahmen, auch mit zeitweisem Aufenthalt von Fachkräften in Deutschland.

Regionalentwicklung, lokale Regierungsführung und Demokratie. Mit dem politischen Umbruch im Januar 2011 begann ein Demokratisierungsprozess. Nach Maßgabe der neuen Verfassung von Januar 2014 sollen sich künftig die Bürgerinnen und Bürger über ihre Kommunal- und Regionalparlamente an den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligen. Dies verlangt tiefgreifende Veränderungen in Strukturen, Verfahren und Denkmustern.

Die GIZ unterstützt den Aufbau einer bürgerorientierten Verwaltung und setzt sich für die Entwicklung der vernachlässigten Regionen des Landesinneren ein. Dazu berät sie die tunesischen Partner ressortübergreifend zu Fragen der Dezentralisierung. Innovative Methoden partizipativer Regionalplanung werden landesweit etabliert. Neu eingeführte und von der GIZ beratene Bürgerbüros bieten kommunale Dienstleistungen schneller, transparenter und zuverlässiger aus einer Hand an.

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