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Nepal

Die GIZ ist seit 1975 in Nepal tätig. Sie führt ihre Projekte hauptsächlich im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), aber auch anderer Ministerien, insbesondere des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie verschiedener Kofinanzierungspartner durch. Aktuell arbeiten 22 entsandte Mitarbeiter, ca. 210 nationale Mitarbeiter, 1 CIM-Fachkraft und 11 Entwicklungshelfer (6 davon im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes - ZFD) in mehreren Programmen der technischen Zusammenarbeit, die mit verschiedenen Partnerorganisationen umgesetzt werden.

Nach Ende eines zehnjährigen Bürgerkriegs fanden in Nepal 2008 Wahlen zur Bildung der Verfassungsgebenden Versammlung statt. Nach ihrer Auflösung Mitte 2012 und neuen Wahlen im November 2013 verkündete die Verfassungsgebende Versammlung am 20. September 2015 eine neue Verfassung. Die Kommunalwahlen auf Grundlage der neuen Verfassung wurden 2017 abgehalten und die Parlamentswahlen werden bis Dezember 2017 stattfinden.

Nepal steht weiterhin vor offenen Fragen im Hinblick auf den Versöhnungsprozess nach dem Konflikt und die Übergangsjustiz. Viele der Probleme, mit denen die Opfer des Konflikts, ehemalige Kämpfer und Binnenflüchtlinge, konfrontiert sind, gilt es noch zu lösen.

Am 25. April und 12. Mai 2015 wurden die Regionen im Zentrum des Landes von starken Erdbeben heimgesucht, bei denen fast 10.000 Menschen ums Leben kamen und schwere Schäden an Häusern und Infrastruktur entstanden. Die Schadensbewältigung und der Wiederaufbau verlangen dem Land bis heute große Anstrengungen ab. Die Konsequenzen der Katastrophe für die ohnehin fragile Volkswirtschaft sind enorm.

Das Wirtschaftswachstum von Nepal liegt weit hinter dem Wachstum der boomenden Volkswirtschaften der Nachbarländer. Bei einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 20,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 und einer äußerst geringen Wachstumsrate von 0,6 % für das Wirtschaftsjahr 2015/16 lebt ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung beträgt 67,7 Jahre für Männer und 70,8 Jahre für Frauen. Von 33 asiatischen Ländern liegt Nepal damit auf Platz 22. Fast die Hälfte aller nepalesischen Kinder leidet an chronischer Unterernährung. Seit Beginn der 1990er Jahre konnten die Kinder- und Müttersterblichkeit zwar erheblich gesenkt werden (auf unter 38 pro 1000 Lebendgeburten bei den Kindern und 258 pro 100.000 Lebendgeburten bei den Müttern), doch bis heute finden nur ca. 55,6 % aller Geburten mit Betreuung durch einen Arzt oder eine Hebamme statt.

Trotzdem hat Nepal erhebliche Fortschritte bei Armutsbekämpfung, Gesundheit und Hygiene, Einschulungsquoten sowie HIV- und Tuberkulose-Prävention gemacht und damit die meisten Millenniumentwicklungsziele (MDGs) erreicht. Nach diesen ermutigenden Fortschritten hat sich Nepal für die nächsten 15 Jahre zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verpflichtet.

Schwerpunkte der deutsch-nepalesischen Zusammenarbeit sind:

  • nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Handel
  • erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Gesundheit

Daneben unterstützt die GIZ eine Reihe grenzüberschreitender Programme zur Verbesserung des Ressourcenmanagements in der Hindukusch-Himalaya-Region. Weitere Unterstützung wird für Fragen der lokalen Governance, die Friedenssicherung durch den Zivilen Friedensdienst und ein Wiederaufbauprogramm für Erdbebenopfer geleistet.