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Niger

Die internationale Zusammenarbeit zwischen Niger und Deutschland begann in den 1960er Jahren. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist bereits seit 1968 mit einem Büro in der Hauptstadt Niamey vertreten. Derzeit sind 25 entsandte Fachkräfte, mehr als 10 Entwicklungshelfer sowie rund 200 nationale Mitarbeiter für die GIZ in Niger tätig. 

Die Republik Niger zählt rund 20 Millionen Einwohner und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Unsichere klimatische Bedingungen, übernutzte Böden und Erosion gefährden die landwirtschaftliche Produktion. Wiederkehrende Naturkatastrophen und ein hohes Bevölkerungswachstum führen regelmäßig zu Ernährungskrisen. Vom Wirtschaftswachstum profitiert vor allem die urbane Elite – fast die Hälfte der Bevölkerung lebt weiterhin in extremer Armut. Im ländlichen Raum, wo 80 Prozent der Bevölkerung leben, ist die Armut besonders gravierend.

Zu den wichtigen Exportprodukten Nigers gehören Rohstoffe wie Uran und Erdöl, aber auch landwirtschaftliche Produkte wie Nutztiere. Allerdings sind nur 15 Prozent des Landes landwirtschaftlich nutzbar.

Nach einer Phase politischer Instabilität wird die Republik Niger seit 2011 von einer demokratisch gewählten Regierung geführt. Dennoch bleibt die Sicherheitssituation fragil, denn Niger liegt in einer Krisenregion: Wegen Konflikten in den Nachbarländern Libyen, Mali und Nigeria flüchten viele Menschen nach Niger oder innerhalb Nigers.

Viele Faktoren wie beispielsweise die geografische Lage des Landes, die schlechte Infrastruktur sowie die problematische Sicherheitslage beeinträchtigen die Entwicklung des Landes. Die nigrische Regierung hat in den vergangenen fünf Jahren Strategien und Programme zur Entwicklung des Nigers erarbeitet, die auch der Gebergemeinschaft als Richtschnur gelten. Diese haben unter anderem das Ziel, die Ernährungssicherheit und den Bildungssektor im Land zu verbessern.

In Orientierung an diesen Strategien hat die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Niger drei Schwerpunkte:

  • Ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung
  • Dezentralisierung der staatlichen Strukturen
  • Grundbildung

Darüber hinaus unterstützt die GIZ die Nigerbeckenkommission, das Ministerium für Entwicklungsplanung und die nationale Einrichtung zur Ernährungssicherung, indem sie Berater in diese Institutionen entsendet. Das Programm „Ziviler Friedensdienst“ der GIZ fördert den friedlichen Umgang mit Konflikten, die zwischen der lokalen Bevölkerung und Viehhirten bei nomadischer, grenzüberschreitender Viehhaltung auftreten. Im Auftrag des Auswärtigen Amtes fördert die GIZ Verbesserungen bei der Ausbildung und dem Personalressourcenmanagement der Polizei, sowie eine wirksamere Sicherung der Landesgrenzen. Des Weiteren unterstützt das Auswärtige Amt gemeinsam mit der Afrikanischen Union das Grenzmanagement, indem die GIZ hierzu die Personalentwicklung und -ausbildung, sowie die Markierung der Landesgrenzen und den Bau von Grenzstationen fördert.

Innerhalb kurzer Zeit hat sich Niger zum zentralen Transitland der westafrikanischen Migration in Richtung Nordafrika und Europa entwickelt. Bis zu 150.000 Migranten durchqueren den Niger jährlich auf ihrer Reise in Richtung Norden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Europäische Union finanzieren gemeinsam ein Vorhaben, das die Gebietskörperschaften und die Regionen entlang der Migrationsrouten dabei unterstützt, die Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingskrise zu bewältigen. Die Bundesregierung fördert mit einem Vorhaben die Beschäftigung der lokalen Bevölkerung in den Regionen Agadez und Zinder. Ein weiteres Vorhaben unterstützt die bessere Bewältigung der Auswirkungen der Migration, indem es eine kohärente Migrationspolitik, die Vernetzung und Fortbildung der beteiligten Akteure sowie eine breite zivile Beteiligung fördert. Zusätzlich zu laufenden Vorhaben wurden Eilmaßnahmen zur Unterstützung der strukturschwachen Region Agadez gestartet. Dazu gehören „Cash for work“-Maßnahmen in der Landwirtschaft und Abfallentsorgung, Katastrophenhilfe sowie Alphabetisierungs- und Ausbildungsinitiativen.