Niger

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Die internationale Zusammenarbeit zwischen Niger und Deutschland begann in den 1960er-Jahren; bereits seit 1968 ist die GIZ mit einem Büro in der Hauptstadt Niamey vertreten. 2008 wurde das EZ-Landesbüro als Sitz für das GIZ-Büro Niamey und die Vertretung der KFW Entwicklungsbank eröffnet. Derzeit sind 16 entsandte Fachkräfte, 14 Entwicklungshelfer und 129 nationale Mitarbeiter für die GIZ in Niger tätig.

Die Republik Niger zählt 19 Millionen Einwohner. Das Land gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 500 Euro im Jahr. Unsichere klimatische Bedingungen, zu stark genutzte Böden und Erosion gefährden beständig die landwirtschaftliche Produktion. Wiederkehrende Naturkatastrophen und hohes Bevölkerungswachstum führen regelmäßig zu Ernährungskrisen.

Niger ist ein Rohstoffexporteur, die wichtigsten Produkte sind Uran und Erdöl. Weitere Devisenbringer sind Gold und landwirtschaftliche Produkte wie Lebendvieh. Nur 15 Prozent des Landes, das dreieinhalb Mal so groß ist wie Deutschland, sind landwirtschaftlich nutzbar. Im ländlichen Raum, wo 80 Prozent der Bevölkerung leben, ist die Armut am höchsten. Vom bescheidenen Wirtschaftswachstum profitiert vor allem die städtische Elite. Die Entwicklungschancen werden wesentlich durch die Binnenlage und die schlechte Infrastruktur des Landes, die geringe Effizienz staatlicher Institutionen, dem ungenügenden Zugang zu Bildung, die mangelhafte Gesundheitsversorgung, das hohe Bevölkerungswachstum und die problematische Sicherheitslage beeinträchtigt.

Nach einer Phase politischer Instabilität, mit einem Militärputsch 2010, wird die Republik Niger seit April 2011 wieder von einer demokratisch gewählten Regierung geführt. Seitdem herrscht eine relative politische Stabilität, dennoch bleibt die Sicherheitssituation fragil.

Die nigrische Regierung verfolgt eine rahmengebende Entwicklungsstrategie an der sich auch die deutsche internationale Zusammenarbeit ausrichtet. Zwischen Deutschland und Niger wurden bilateral in drei Sektoren gemeinsame Programme vereinbart und gemeinsam mit der KFW Entwicklungsbank aufgelegt:

  • ländliche Entwicklung, produktive Landwirtschaft und Ernährungssicherung
  • Dezentralisierung und gute Regierungsführung
  • Grundbildung

Darüber hinaus unterstützt die GIZ die Nigerbeckenkommission (Autorité du Bassin du Niger – ABN), das Planungsministerium und die nationale Einrichtung zur Ernährungssicherung durch entsandte Berater. Im Programm „Ziviler Friedensdienst“ der GIZ werden die Praktiken friedlicher Ressourcennutzung in der grenzüberschreitenden nomadischen Viehhaltung gefördert. Die Förderung der Polizeistrukturen in Niger für eine bessere Sicherung der Außengrenzen unterstützt die nationale Sicherheitsstrategie. Dies wird ergänzt durch ein Vorhaben der Afrikanischen Union zum Grenzmanagement.

Innerhalb kurzer Zeit ist Niger zum zentralen Transitland der westafrikanischen Migration in Richtung Nordafrika und Europa geworden. Etwa 130.000 Migranten durchqueren den Niger jährlich auf ihrer Reise in Richtung Norden. Ein gemeinsames Vorhaben, finanziert durch BMZ und EU, unter dem Titel „Management der Migrationsherausforderungen“ ist in Vorbereitung. Dabei geht es vor allem darum, die entlang der Migrationsrouten liegenden Gebietskörperschaften bei der Bewältigung der mit der Migration einhergehenden Herausforderungen zu stärken – durch Capacity Development Maßnahmen ebenso wie durch komplementäre Infrastruktur.

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Niamey
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