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Mauretanien

Die Zusammenarbeit im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Mauretanien begann kurz nach der Unabhängigkeit 1960 mit dem Aufbau der staatlichen Druckerei und der nationalen Entwicklungsgesellschaft. In den folgenden Jahren wurde die Kooperation auf wichtige Sektoren der mauretanischen Gesellschaft und Volkswirtschaft ausgedehnt.

Seit 1991 ist die GIZ mit einem eigenen Büro in der Hauptstadt Nouakchott vertreten. Für die GIZ arbeiten zwölf entsandte und 46 nationale Mitarbeiter sowie vier als integrierte Fachkräfte bei Partnerinstitutionen.

Die Dürrekatastrophe im Sahel in den 1970er-Jahren hat in Mauretanien zu einem tiefgreifenden Strukturwandel geführt. Die früher zu 70 Prozent nomadisierende Bevölkerung ist weitgehend sesshaft geworden, so dass heute nur noch etwa sieben Prozent Nomaden sind. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben in den städtischen und ländlichen Gebieten. Die 2011 fortgeschriebene Armutsbekämpfungsstrategie der Regierung trägt diesen Herausforderungen Mauretaniens Rechnung:

  • die Demokratisierung der Gesellschaft nach den Prinzipien guter Regierungsführung (Good Governance) konsolidieren und ausbauen
  • das wirtschaftliche Wachstum stärken und die makroökonomischen Rahmenbedingungen konsolidieren
  • arme Bevölkerungsgruppen in den Wachstums- und Entwicklungsprozess einbinden, besonders bei der städtischen und ländlichen Entwicklung
  • das nachhaltige Nutzen natürlicher Ressourcen sowie das Anpassen an den Klimawandel fördern
  • den Zugang der Bevölkerung zu Bildung und Gesundheit sicherstellen

Die nach dem Staatsstreich 2008 gewählte und 2014 im Amt bestätigte Regierung hat der Demokratisierung und Entwicklung des Landes neue Impulse gegeben, bei deren Umsetzung sie von der deutschen internationalen Zusammenarbeit unterstützt wird. Die deutsch-mauretanische Kooperation im Auftrag des BMZ und unter finanzieller Beteiligung der Europäischen Union (EU) konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte:

Demokratisierung, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung

Die GIZ unterstützt Reformprozesse in der Politik Mauretaniens, um Prinzipien transparenter und guter Regierungsführung einzuführen und zu etablieren. Dazu zählen besonders die Verwaltung der öffentlichen Finanzen, die Stärkung von Gemeinden sowie auch die Förderung mineralischer und fossiler Rohstoffe. Darüber hinaus wird der Dialog über Menschenrechte sowie deren Achtung gefördert.

Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Anpassung an den Klimawandel

Die mauretanische Regierung will ihre Politik stärker am Bedarf der mehrheitlich armen Bevölkerung auszurichten. Dies soll durch das nachhaltige Nutzen der Ökosysteme und ihrer natürlichen Ressourcen erreicht werden. Die GIZ unterstützt den Erhalt der Artenvielfalt im Meer und an der Küste, ebenso wie das dezentrale, schonende Bewirtschaften der Agrar-, Wald- und Weidegebiete. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Anpassen an Klimaveränderungen. Im Auftrag des Auswärtigen Amtes unterstützt die GIZ die Regierung, um die Leistungsfähigkeit der Polizei zu erhöhen.

Die Arbeit ist eng verzahnt mit Maßnahmen der KfW Entwicklungsbank sowie berücksichtigt Vorhaben von Europäischer Union und deren Mitgliedsstaaten.