Guatemala

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Die GIZ arbeitet seit 1978 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Guatemala. Derzeit sind in den verschiedenen Programmen etwa 100 nationale und 8 entsandte Mitarbeiter, 18 Entwicklungshelfer sowie 4 integrierte Fachkräfte tätig.

Mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens 1996 wurde der 36 Jahre andauernde bewaffnete Konflikt in Guatemala beendet. Trotz verschiedener Reformbemühungen steht das Land vor großen Herausforderungen: die Steuerquote (Anteil von Steuereinnahmen am Brutto-Inlandsprodukt) Guatemalas ist die niedrigste in Lateinamerika und weltweit unter den fünf niedrigsten. Damit fehlen Ressourcen, um effiziente staatliche Strukturen aufzubauen, die wichtige Basisgüter (Gesundheit, Sicherheit, Bildung) in ausreichendem Maße bereitstellen und die Bedürfnisse der Bevölkerung, von der die Hälfte unter der Armutsgrenze lebt, zu befriedigen. Die staatlichen Strukturen werden weiter durch Korruption, Kriminalität und Straffreiheit geschwächt. Die Bevölkerung wächst derzeit jährlich um circa 3 Prozent und erhöht damit immens jedes Jahr die Nachfrage nach Ressourcen.

Das öffentliche Bildungsangebot Guatemalas beschränkt sich hauptsächlich auf technische Berufsausbildungen und den Sekundarschulbereich im urbanen Umfeld. Gleichzeitig entspricht das öffentliche Bildungsangebot nicht den internationalen Qualitätsstandards. Das führt unter anderem dazu, dass vielen Kindern und Jugendlichen, insbesondere Mädchen und Angehörigen der indigenen Bevölkerung, der Zugang zu weiterführender Bildung und damit zu besseren Einkommensmöglichkeiten noch heute verwehrt bleibt.

Alltagskriminalität, organisierte Kriminalität und international organisierter Drogenhandel sorgen für hohe Mordraten in der Hauptstadt und in ländlichen Gebieten. Eine geringe Aufklärungsquote der Verbrechen (7 von 10 Fällen werden nicht verfolgt) schwächt das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Institutionen. Soziale Konflikte, vor allem im Bereich der extraktiven Industrien, der Energiegewinnung und der Landkonflikte verschärfen sich.

Gleichzeitig gibt es Anstrengungen, sich diesen Herausforderungen zu stellen: 2012 wurden zwei Fiskalreformen vom Kongress verabschiedet, um die Steuereinnahmen Guatemalas zu verbessern. Damit einher gehen verstärkte Bemühungen um Transparenz und Ausgabenkontrolle, vor allem auf Ebene der Munizipien. Der Staat stärkt Strukturen nationaler Dialoge und der Krisen- und Gewaltprävention. Es findet derzeit eine Reform der Polizei statt, die ein besonderes Augenmerk auf Prävention, bessere Ausbildung und Korruptionsbekämpfung legt. Das Ziel eines flächendeckenden Primarschul-Angebots ist bereits zu 98 Prozent erreicht worden, auch wenn die Zahlen für die Sekundarstufe noch viel niedriger liegen. Als eines von weltweit vier Ländern hat Guatemala 2013 ein Rahmengesetz zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet, um besser auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren zu können.

Die GIZ unterstützt diese Anstrengungen durch Aktivitäten in drei thematischen Schwerpunkten, die zwischen der guatemaltekischen und der deutschen Regierung vereinbart wurden:

  • Demokratische Regierungsführung mit Gleichberechtigung
  • Bildung
  • Umwelt und Anpassung an den Klimawandel

Die Programme in diesen Schwerpunkten leisten einen Beitrag dazu, staatliche Institutionen im Bereich der Steuereinnahmen und der Bürgersicherheit zu stärken, Formen gewaltfreier Konfliktbearbeitung der guatemaltekischen Gesellschaft zu institutionalisieren und um die Dienstleistungen der lokalen Verwaltungen zu verbessern. Die GIZ unterstützt aktiv die Anpassung Guatemalas an den Klimawandel sowie den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Selva Maya, dem größten Regenwaldgebiet nördlich des Amazonas-Gebietes in Lateinamerika.
Die GIZ will dazu beitragen, dass die Zahl der Sekundarschüler steigt und diese eine qualitativ gute Erziehung in der öffentlichen Bildung erhalten, die sie als Bürger Guatemalas unterstützen und sie gut auf den hiesigen Arbeitsmarkt vorbereiten.

Derzeit ist die GIZ International Services (GIZ IS) mit einem Vorhaben zur regionalen Wirtschaftsintegration im Land vertreten, das von der Europäischen Union finanziert wird. In Guatemala sind weiterhin Regionalvorhaben aktiv, die in den Themenbereichen Jugendgewaltprävention, Stärkung von Schutzgebieten, Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Erneuerbare Energien arbeiten. Die GIZ unterhält in Guatemala ein Programm des Zivilen Friedensdienstes, das sich auf die Förderung von Menschenrechten (Schutz und Aufarbeitung von Verletzung von Menschenrechten) konzentriert. Ein neues Vorhaben zum Schutz der Biodiversität in der Selva Maya im Auftrag des Bundesministeriums für Umweltschutz (BMUB) ist in der Vorbereitung.

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