Schwarze Kinder beim Fussballspiel auf der Straße Schwarze Kinder beim Fussballspiel auf der Straße

Soziale Entwicklung

1:0 – Sport eröffnet Entwicklungsperspektiven

Sport stärkt das Selbstbewusstsein von Jugendlichen – und kann soziale Kompetenzen vermitteln.

Sport bewegt die Menschen weltweit. In Ländern wie Brasilien, Namibia, Jordanien oder den Palästinensischen Gebieten wird Sport genutzt, um Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen Wissen zu vermitteln. Sport gibt ihnen ein neues Lebensgefühl, stärkt ihr Selbstbewusstsein – und eröffnet Perspektiven für die Zukunft.

Sport ist eine Sprache, die überall auf der Welt gesprochen und verstanden wird: Alter, Herkunft oder Religion spielen auf dem Sportplatz keine Rolle. Die Vereinten Nationen haben Sport deshalb offiziell „als Mittel zur Förderung der Bildung, der Gesundheit, der Entwicklung und des Friedens“ anerkannt. Auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nutzt den Sport, um benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen Wissen und soziale Kompetenzen zu vermitteln: Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, sich fair zu verhalten und Konflikte friedlich zu lösen.

Viele Sportarten, allen voran der Fußball, bedürfen keiner teuren Ausrüstung und sind gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Vor diesem Hintergrund fördert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit 2013 Sportangebote wie Basketball, Fußball, Handball und Leichtathletik in verschiedenen Ländern. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird der Sport dazu genutzt, um über Themen wie Berufsbildungsförderung, Flucht oder HIV-Prävention zu informieren – und gleichzeitig die Persönlichkeit der Kinder zu stärken und ihnen Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen. Besonders Mädchen und junge Frauen sollen dadurch gefördert werden. Bisher konnten mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche in 16 Ländern weltweit erreicht werden.

 

Mädchen mit Kopftuch und Jungen spielen Fußball vor einer Moschee

Spielerisch Wissen und Kompetenzen vermitteln

In Brasilien zum Beispiel hat die GIZ zusammen mit der Nichtregierungsorganisation „Bola Pra Frente“ das pädagogische Trainingshandbuch „Treino Social“ entwickelt. Es zeigt, wie Kindern und Jugendlichen beim Sport spielerisch soziale Kompetenzen und Wissen über Themen wie Gesundheit, Gewaltprävention, Umwelt oder Geschlechtergerechtigkeit vermittelt werden können.

Außerdem wurden gemeinsam mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) und brasilianischen Partnerorganisationen bereits etwa 500 Frauen und Männer aus Nichtregierungsorganisationen, Schulen, Vereinen und Fußballschulen als Multiplikatoren für das soziale Training ausgebildet.

Bessere berufliche Perspektiven

In den Palästinensischen Gebieten wird Sport eingesetzt, um Berufsbildung attraktiver zu machen und die Chancen von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern: Bei Sportveranstaltungen und Sport- und ­­Berufsbildungscamps mit Arbeitgebern können Jugendliche zum Beispiel handwerkliche Tätigkeiten ausprobieren und sich an Ständen im persönlichen Gespräch über die unterschiedlichen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

In Namibia wurde ein Mädchenzentrum auf dem Gelände des Namibischen Fußballverbandes in Windhuk gebaut. Dort können Mädchen und junge Frauen in einem geschützten Umfeld Sport machen. Gleichzeitig gibt es Aus- und Weiterbildungsangebote im nachhaltigen Tourismus und in der Gastronomie, die den Mädchen zu besseren Jobperspektiven verhelfen.

Kleiner Junge schießt Fußball auf einem Sandplatz

Sport fördert friedliches Zusammenleben

In Jordanien und im Irak können Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingscamps und aufnehmenden Gemeinden gemeinsam Sport machen und sich näher kennenlernen. Neben den sportlichen Fähigkeiten werden – wie in den anderen Projekten auch – Respekt, Toleranz, Disziplin, Empathie, Fair Play und Selbstvertrauen gefördert. So ist der Sport eine willkommene Abwechslung im oft tristen Alltag der Flüchtlingscamps, dient aber gleichzeitig der Konfliktprävention und gibt Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

Im Dezember 2017 wurde die Arbeit der GIZ und ihrer Partner in Jordanien/Irak – darunter der Deutsche Olympische Sportbund DOSB und der Jordanische Fußballverband – deshalb mit dem „Peace and Sport Award“ ausgezeichnet, der Initiativen für ihre Arbeit im Bereich Friedensförderung durch Sport ehrt.

 

 

Stand: Februar 2018