1:0 für Entwicklung

Sport bewegt die Menschen weltweit. Auf Plätzen in Brasilien, Mosambik, Afghanistan oder Kolumbien wird Sport genutzt, um Kindern und Jugendlichen Wissen und Kompetenzen zu vermitteln. Der Sport gibt ihnen ein neues Lebensgefühl, stärkt ihr Selbstbewusstsein – und öffnet Perspektiven für die Zukunft.

Bei großen Events wie Fußballweltmeisterschaften, Olympischen oder Paralympischen Spielen wird es besonders deutlich: Die Sprache des Sports wird überall auf der Welt verstanden. Die Vereinten Nationen erkennen Sport offiziell „als Mittel zur Förderung der Bildung, der Gesundheit, der Entwicklung und des Friedens“ an. In der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung wurde der Stellenwert von Sport zur Erreichung von Entwicklungszielen nochmals bestärkt. Über Sport können breite Bevölkerungsgruppen erreicht und systematisch gefördert werden − das macht sich auch die internationale Zusammenarbeit zunutze.

Spielerisch Wissen und Kompetenzen vermitteln

Vor allem der Fußball, aber auch andere Sportarten haben einen hohen Stellenwert und sind gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Verknüpft man Sportangebote mit sozialpädagogischen Ansätzen, kann Sport weltweit Impulse für positive Veränderungen und nachhaltige Entwicklung geben. Auch Nelson Mandela erkannte:„ Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern.“ Vor diesem Hintergrund fördert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Sportangebote für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Brasilien.

Zusammen mit der Nichtregierungsorganisation „Bola Pra Frente“ hat die GIZ zum Beispiel das „Treino Social“ entwickelt. Dieses vermittelt in Sportangeboten spielerisch soziale Kompetenzen zu Themen wie Gesundheit, Bildung, Gewaltprävention, Umwelt oder Geschlechtergerechtigkeit.


Neben Übungen, die Vertrauen, Kooperationsfähigkeit oder Konzentration fördern, werden die Kinder und Jugendlichen im Verlauf des Trainings immer wieder durch Fragen, Memorykarten oder Aufgaben mit einem der Themen konfrontiert. In der abschließenden Reflektionsrunde wird über das im Training Erlebte diskutiert und ein Bezug zur Alltagswelt der Mädchen und Jungen hergestellt.

Rund 300 Frauen und Männer aus Nichtregierungsorganisationen, Schulen, Vereinen und Fußballschulen in ganz Brasilien wurden bereits als Multiplikatoren dieser Methode ausgebildet. Altersgerechte Trainingsmaterialen wurden erstellt. Auch das brasilianische Bildungsministerium plant die Integration der Methodik in den Sportunterricht und in Angebote außerhalb der Schule.

Impulse für nachhaltige Entwicklung – weltweit

Weil das Konzept so erfolgreich ist, reisten brasilianische Ausbilder in einem Süd-Süd-Austausch nach Mosambik. In dem ostafrikanischen Land bildeten sie rund 30 mosambikanische Dozenten, Sportstudenten und Trainer aus, die wiederum ihr Wissen über das „Treino Social“ an Jugendliche weitergeben können. Die Sportfakultät der pädagogischen Hochschule Maputos bildet nun Sportlehrer und Trainer in der Methodik aus. So profitieren zum Beispiel Kinder und Jugendliche in Maputo und in den verschiedenen Regionen Mosambiks.