Südsudan

Karte Südsudan

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist mit Unterbrechungen seit den 1970er Jahren auf dem Gebiet des heutigen Südsudan tätig. Ab 2004 arbeitete sie im Auftrag des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen an der Verbesserung der Straßeninfrastruktur. Mit Abschluss eines umfassenden Friedensabkommens (Comprehensive Peace Agreement, CPA) wurde seit 2005, in Zusammenarbeit mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), mehr als 100.000 Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht.

Seit 2010 ist das Koordinierungsbüro der GIZ in der Hauptstadt Dschuba etabliert. Zurzeit sind 16 entsandte Fachkräfte und 86 nationale Mitarbeiter für den Südsudan tätig. Seit dem 13. Juli 2016 ist das entsandte Personal krisenbedingt evakuiert und managed die Vorhaben in Fernsteuerung aus Deutschland.

Der Südsudan ist fast doppelt so groß wie Deutschland und hat nach aktuellen Schätzungen rund 11 Millionen Einwohner. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre, circa 50 Prozent leben unter der Armutsgrenze und sind stark von Hunger bedroht. Nur etwa ein Viertel der Bevölkerung kann lesen und schreiben.

Der Südsudan wurde nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen im Juli 2011 vom Sudan unabhängig und zählt zu den fragilen Staaten. Im Dezember 2013 begann erneut ein gewaltsam ausgetragener Konflikt, der trotz des Friedensabkommens vom August 2015 bis heute andauert und bereits tausende Menschenleben gekostet hat. Dabei mussten etwa 3 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Diese andauernden Auseinandersetzungen haben den jungen Staat in manchen der erreichten Entwicklungserfolge wieder zurückgeworfen. Besonders die mangelnde Infrastruktur, das niedrige Ausbildungsniveau, hohe Kosten für Güter und Dienstleistungen sowie eine hohe Inflation, stellen die lokale Wirtschaft vor große Herausforderungen. Gleichzeitig ist auch die Regierung mit anspruchsvollen Aufgaben konfrontiert. Insbesondere gilt es die notwendigen Verwaltungsstrukturen, fachliche Kompetenzen sowie rechtliche Rahmenbedingungen aufzubauen. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass Angebote des Staates, wie Bildung und Gesundheit, die Bevölkerung erreichen.

2007 nahm die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Beratung der Regierung zur Verwaltungsreform auf. Das Auswärtige Amt (AA) beauftragte ab 2008 den Aufbau von Kommunikationssystemen der südsudanesischen Polizei. Der Auftrag erweiterte sich später auf den städtischen Wasser- und Sanitärsektor und den Ernährungssicherungsbereich.

Die ersten Regierungsverhandlungen zwischen Deutschland und dem Südsudan fanden 2013 statt. Seitdem umfassen die Kooperationsschwerpunkte drei Sektoren:

  • Ernährungssicherung und Entwicklung landwirtschaftlicher Märkte

  • Städtischer Wasser- und Sanitärsektor

  • Dezentralisierung und Rechenschaftslegung


Darüber hinaus ist in der anhaltenden Konfliktsituation die Unterstützung von Binnenvertriebenen, Rückkehrenden sowie den aufnehmenden Gemeinden von besonderer Bedeutung.

Die GIZ ist im Auftrag des BMZ mit zwei Vorhaben der Übergangshilfe im Westen des Landes sowie einem Programm der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“ in drei Verwaltungsgebieten aktiv. Das AA fördert sowohl den Aufbau von Polizeistrukturen und einer Notrufzentrale (Emergency Call Center), um den Schutz der Zivilbevölkerung zu verbessern. Des Weiteren unterstützt das AA über internationale Institutionen die Implementierung des Friedensabkommens.

Der Hauptauftraggeber der GIZ im Südsudan ist das BMZ. Das britische Department for International Development (DFID) und die Europäische Union (EU) leisten finanzielle Beiträge im Bereich der Ernährungssicherung. Seit 2016 unterstützt das AA über Finanzierungsverträge auch die Implementierung des Friedensprozesses.

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