Südsudan Flagge
Südsudan
  • LÄNDLICHE ENTWICKLUNG
  • NACHHALTIGE INFRASTRUKTUR
  • SICHERHEIT, WIEDERAUFBAU, FRIEDEN
  • STAAT UND DEMOKRATIE

Südsudan

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist mit Unterbrechungen seit den 1970er-Jahren auf dem Gebiet des heutigen Südsudan tätig. 

Seit 2010 ist das Koordinierungsbüro der GIZ in der Hauptstadt Dschuba etabliert. Aktuell arbeiten 73 nationale und 2 internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Land (Stand 31.12.2017). Das entsandte Personal ist seit Juli 2016 krisenbedingt evakuiert. Die Vorhaben werden von Deutschland aus gesteuert, ergänzt durch regelmäßige Dienstreisen nach Südsudan.

Südsudan ist fast doppelt so groß wie Deutschland und hat nach aktuellen Schätzungen rund 13 Millionen Einwohner. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre. Etwa 50 Prozent der Menschen im Land leben unter der Armutsgrenze und sind akut von Hunger bedroht. Nur rund ein Viertel der Bevölkerung kann lesen und schreiben.

Das Land ist nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen sowie Abschluss eines Friedensabkommens seit Juli 2011 von Sudan unabhängig. Südsudan zählt zu den fragilen Staaten. Ein seit 2013 gewaltsam ausgetragener Konflikt dauert bis heute an und hat bereits tausende Menschenleben gekostet. Rund 2,5 Millionen Menschen sind in Nachbarländer geflohen, etwa 1,9 Millionen mussten als Binnenvertriebene ihre Heimat verlassen. 

Die andauernden Auseinandersetzungen haben viele Entwicklungserfolge des jungen Staates wieder zurückgeworfen. Besonders die mangelnde Infrastruktur, exorbitante Ausgaben für Militär und Polizei, Hyperinflation, hohe Kosten für Güter und Dienstleistungen, Korruption und extremes Bevölkerungswachstum stellen das Land vor große Herausforderungen.

Die ersten Regierungsverhandlungen zwischen Deutschland und Südsudan fanden 2013 statt. Dabei wurden drei Kooperationsschwerpunkte vereinbart, in denen die GIZ im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums tätig ist:

  • Ernährungssicherung und landwirtschaftliche Entwicklung: Ein großer Teil der Bevölkerung Südsudans ist von Hunger betroffen oder mangelernährt. Die GIZ und ihre Partner behandeln Unterernährung bei mindestens 12.500 Kindern und Müttern und unterstützten rund 15.000 kleinbäuerliche Haushalte bei der Wiederaufnahme ihrer landwirtschaftlichen Produktion.
  • Städtischer Wasser- und Sanitärsektor: Fast die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung. Das Bundesunternehmen unterstützt Wasserversorger in drei Städten dabei, die Trinkwasserversorgung für mindestens 70.000 Menschen sicherzustellen. Rund 20.000 Schulkindern ermöglicht die Arbeit der GIZ Zugang zu verbesserten Sanitäranlagen.
  • Gute Regierungsführung: In Südsudan fehlen momentan die Voraussetzungen für die gewaltfreie Beilegung von Konflikten. Durch Qualifizierung von Fachkräften aus Lokalverwaltungen, von Medienschaffenden sowie weiteren einflussreichen Akteuren fördert das Bundesunternehmen gewaltfreie Konflikttransformation und die mediale Verbreitung des Themas Gewaltfreiheit.

Weiterer Arbeitsschwerpunkt ist in der anhaltenden Konfliktsituation die Unterstützung von Binnenvertriebenen und Rückkehrenden sowie der aufnehmenden Gemeinden. Die GIZ ist im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in der Übergangshilfe im Westen des Landes tätig und arbeitet im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“. 

Außerdem unterstützt das Auswärtige Amt über die GIZ die Implementierung des 2015 geschlossenen Friedensabkommens. 

Weitere Aktivitäten des Bundesunternehmens in Südsudan erfolgen im Rahmen überregionaler Programme. Dazu gehören zum Beispiel die grenzüberschreitende Wasserkooperation im Nilbecken, Integration in die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) sowie das Forschungs- und Bildungsprogramm der Afrikanischen Union im Bereich Frieden und Sicherheit.