Ruanda Flagge
Ruanda Karte
  • NACHHALTIGE INFRASTRUKTUR
  • SOZIALE ENTWICKLUNG
  • SICHERHEIT, WIEDERAUFBAU, FRIEDEN
  • STAAT UND DEMOKRATIE
  • WIRTSCHAFT UND BESCHÄFTIGUNG

Ruanda

Die GIZ ist seit über 40 Jahren in Ruanda tätig. Derzeit sind 24 Auslandsmitarbeiter, 26 Entwicklungshelfer, 98 Nationale Mitarbeiter, fünf integrierte Fachkräfte sowie 18 einheimische Fachkräfte in Ruanda aktiv.

Ruanda ist eines der kleinsten und am dichtest besiedelten Länder Ostafrikas. Das Land ist seit 1962 unabhängig. Seit 1959 kam es immer wieder zu Gewalttaten gegen die Volksgruppe der Tutsi. Ein Bürgerkrieg in den 1990er-Jahren gipfelte 1994 in einem Genozid gegen die Tutsi, bei dem rund eine Million Menschen getötet wurden. Nach Ende des Völkermords folgten schwierige Jahre der Rückführung von fast vier Millionen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben wurden oder ins Ausland geflüchtet waren.

Die nach dem Völkermord gebildete Übergangsregierung führte zahlreiche Reformen durch, die das Land nach und nach stabilisierten. Seit 2003 finden Wahlen statt. Über die Hälfte der ruandischen Parlamentarier sind Frauen. Bemerkenswerte Erfolge sind bei Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung und Grundschulbildung zu verzeichnen. Insgesamt hat Ruanda die meisten Millenniumsentwicklungsziele erreicht.  Dank seiner Nulltoleranz-Strategie im Kampf gegen die Korruption steht Ruanda laut Transparency International an vierter Stelle in Afrika und auf dem 55. Platz weltweit. Trotz zahlreicher Fortschritte leben rund 39 Prozent der Bevölkerung von weniger als 0,7 US-Dollar am Tag, die Lebenserwartung beträgt 64 Jahre. Mit 2,7 Prozent jährlich ist das Bevölkerungswachstum weiterhin hoch.

Unmittelbar nach dem Bürgerkrieg, nahm die GIZ ihre Arbeit in Ruanda wieder auf. Aktuell ist sie im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in zwei Schwerpunkten tätig:

  • Dezentralisierung und Gute Regierungsführung in Ruanda
  • Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung.

Im Schwerpunkt Good Governance arbeiten die GIZ und ihre Partner unter anderem zu Finanzdezentralisierung und lokalem öffentlichen Finanzmanagement. Ein weiteres Thema ist bürgerorientierte, lokale Regierungsführung. Im Mittelpunkt steht hier die Unterstützung der Distrikt-Verwaltungen dabei, den 11,3 Millionen Ruandern effektiv, effizient und transparent öffentliche Services zu erbringen.

In der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung konzentriert sich die GIZ auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und vernetzt in ihrem Ansatz Privatwirtschaftsentwicklung, berufliche Bildung und Beschäftigungsmaßnahmen eng miteinander. Im Fokus stehen dabei Informations- und Kommunikationstechnologie, Holzwirtschaft, Tourismus und Kreativwirtschaft.

Neben diesen Schwerpunkten unterstützt die GIZ andere Sektoren, ebenfalls im Auftrag des BMZ:  Das Programm „Stärkung des rechte-basierten Ansatzes“ fördert zivilgesellschaftliche Organisationen in Ruanda, das Programm „Ziviler Friedensdienst“ befördert die  Konflikttransformation und Friedensförderung, das Vorhaben „Energising Development“, die Energiegewinnung  und das Vorhaben   „Wirtschafts- und Investitionspolitik“ die Kapazitäten des Finanzministeriums und der Zentralbank. Seit kurzem unterstützt die GIZ auch das „IKT-Ministerium“ u.a. beim Aufbau eines „African Centers for Digital Transformation“.