Bolivien

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Bolivien ist seit vier Jahrzehnten einer der wichtigsten Partner der deutschen internationalen Zusammenarbeit. Seit 1995 ist die GIZ in La Paz mit einem eigenen Büro vertreten. Für die GIZ sind derzeit 13 entsandte und circa 160 nationale Mitarbeiter sowie 22 Entwicklungshelfer, 9 Friedensfachkräfte (ZFD) und 7 integrierte Fachkräfte (CIM) tätig.

Bolivien ist topografisch und ethnisch ein vielfältiges Land. Es umfasst sowohl tropische Gebiete (Tiefland) als auch kühle und karge Hochlagen. Das nördliche Tiefland ist feucht, der Süden eher trocken mit teilweise nur sehr kurzen und unregelmäßigen Regenperioden. Laut der Volkszählung 2012 leben rund 10 Millionen Menschen in Bolivien, einem Land welches circa dreimal so groß ist wie Deutschland. 41 Prozent der Bevölkerung identifizieren sich als Indigene. Es gibt insgesamt 36 verschiedene Ethnien - Quechuas und Aymara stellen jedoch den größten Teil der indigenen Bevölkerung. Nach Haiti und Paraguay ist Bolivien das drittärmste Land Lateinamerikas. Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren, gelten immer noch mehr als 50 Prozent der Menschen als arm.

Nach jahrzehntelangen Militärdiktaturen begann Bolivien Mitte der 1980er-Jahre mit der Privatisierung staatlicher Betriebe und mit Reformen zur Bevölkerungsbeteiligung, zur Dezentralisierung der Verwaltung im Erziehungs- und Gesundheitswesen und in der Justiz. Im Dialog mit der Bevölkerung wurde erstmals eine nationale Armutsbekämpfungsstrategie erarbeitet.

Der Trend der Privatisierung kehrte sich ab 2006 wieder um. Im Januar 2006 übernahm Evo Morales nach einem Erdrutschsieg seiner "Bewegung für den Sozialismus" bei den vorgezogenen Parlamentswahlen als erster Indigener in der Geschichte Boliviens das Präsidentenamt. Er strebt umfassende, von den Interessen der ländlichen, indigenen und zumeist gewerkschaftlich organisierten Bevölkerungsmehrheit geprägte Veränderungen von Wirtschaft und Politik und eine Neuorientierung des Landes an. So prägte Evo Morales unter anderem den Begriff „Vivir bien“ (gutes Leben). Sozialprogramme in Form von Direktzahlungen an Schulkinder, Schwangere, junge Mütter sowie Senioren sollen für eine gesellschaftliche Umverteilung sorgen. Im Januar 2009 verabschiedete Bolivien eine neue Verfassung, welche die Werte „Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Demokratie, Gleichberechtigung, Dezentralisierung und Autonomie“ des nun als „plurinationaler Staat Bolivien“ bezeichneten Landes betont.

Die GIZ arbeitet mit staatlichen und nichtstaatlichen Partnern auf zentraler, regionaler und munizipaler Ebene zusammen. Gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank konzentriert sich die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf die Förderung in drei Schwerpunkten:

  • Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung
  • Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung
  • Staat und Demokratie

Außerdem fördert die GIZ Projekte zu Erneuerbaren Energien, zu Justizreform und Gesetzgebung, zur indigenen interkulturellen Bildung, zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie zu Konfliktbeobachtung und -lösung. Die Gleichberechtigung der Geschlechter und die an den multiethnischen Kontext angepasste Beratung stellen wichtige Querschnittsthemen der Arbeit der GIZ dar.

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