Ziviler Friedensdienst: Globales Programm

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ziviler Friedensdienst (Globales Programm)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 1999 bis 2019

Ziviler Friedensdienst (ZFD). Teilnehmende eines Workshops. © GIZ

Ausgangssituation

Krieg und Gewalt bestimmen das Leben von Millionen Menschen. Vor allem innergesellschaftliche Gewaltkonflikte – Bürgerkriege, Kämpfe um Ressourcen oder Auseinandersetzungen infolge Staatszerfalls – verursachen großen physischen wie psychischen Schaden. Mit Mitteln staatlicher Gewalt allein können diese Konflikte nicht überwunden werden. Zivilgesellschaftliche Akteure können entscheidende Beiträge zur Konflikttransformation leisten, die Regierungen nicht erbringen können.

Ziel

Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure in den Partnerländern fördern gemeinsam die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten und tragen dazu bei, gesellschaftliche Veränderungen auf Grundlage der Menschenrechte zu gestalten. Dadurch wird Gewalt verhindert, beendet oder zumindest vermindert.

Vorgehensweise

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein staatlich-zivilgesellschaftliches Gemeinschaftswerk. Acht zivilgesellschaftliche und kirchliche Träger sowie die staatliche Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH nutzen ihre unterschiedlichen Zugänge und Ressourcen zum gemeinsamen Engagement für den Frieden.

Der ZFD entsendet Fachkräfte in Krisen- und Konfliktregionen. Dort arbeiten sie mit lokalen, vorwiegend zivilgesellschaftlichen, teils staatlichen Partnern zusammen. Sie agieren möglichst unabhängig und allparteilich. Als Außenstehende bringen sie andere Blickwinkel und neue Sichtweisen ein, die helfen, Friedensprozesse wirksam anzustoßen und zu begleiten. Im Zentrum der Arbeit stehen Veränderungen von Einstellungen, Verhalten und Beziehungen, die, so die Wirkungsannahme, positiven Einfluss auf Strukturen und Institutionen sowie die Konfliktkultur einer Gesellschaft ausüben.

ZFD-Fachkräfte unterstützen Organisationen bei der Vermittlung in Konflikten, beraten und schulen für den Umgang mit traumatisierten Gewaltopfern oder zur Entwicklung friedensfördernder Strategien. Sie bilden lokale Akteure in ziviler Konfliktbearbeitung aus, unterstützen Partner dabei, Anliegen benachteiligter Gruppen an die Öffentlichkeit zu bringen oder den Abbau von Feindbildern zu fördern.

Wirkung

Der ZFD fördert insbesondere die Rolle der Zivilgesellschaft bei der zivilen Konfliktbearbeitung und der Friedensförderung. Er stärkt Artikulations- und Handlungsfähigkeit und unterstützt Dialog und Kooperation mit anderen Akteuren. Indem er die verschiedenen Akteure miteinander in Dialog bringt und vernetzt, übernimmt der ZFD der GIZ eine Brückenfunktion zwischen Staat und Zivilgesellschaft – denn Friedensprozesse sind nur dann erfolgreich, wenn sie von Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam getragen werden.

Der ZFD ist auch außerhalb der Hauptstädte präsent. So hilft er, Beiträge zur Frühwarnung und -reaktion zu leisten, Ursachen von Konflikt und Gewalt zu überwinden, Fähigkeiten zum gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu verbessern, Achtung der Menschenrechte, politische Teilhabe und Aushandlung von Interessen zu gewährleisten.

Ziviler Friedensdienst (ZFD). UN-Denkmal in New York. © GIZ

ZFD-Länderprogramme

Äthiopien

Ziviler Friedensdienst: Dialog und gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Afghanistan

Ziviler Friedensdienst: Afghanische Jugend für den Frieden Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Stärkung jugendlicher Binnenflüchtlinge

Bolivien

Ziviler Friedensdienst: Interkulturelle Dialogförderung im bolivianischen Tiefland

Burundi

Ziviler Friedensdienst: Förderung des integrierten Friedenskonsolidierungsprozesses

Guatemala

Ziviler Friedensdienst: Vergangenheitsarbeit und Förderung der Menschenrechte

Kambodscha

Ziviler Friedensdienst: Versöhnung und Gerechtigkeit im Umfeld des Khmer-Rouge-Tribunals Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: (Re-)Integration ehemaliger vietnamesischer Flüchtlinge

Kenia

Ziviler Friedensdienst: Dialogförderung und Gewaltminderung – Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Integration von Binnenflüchtlingen

Libanon

Ziviler Friedensdienst: Stärkung der zivilen Konflikttransformation Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Gewaltprävention durch Medien- und Dialogarbeit

Nepal

Ziviler Friedensdienst: Stärkung und Vernetzung von Friedensakteuren im Kontext der Vergangenheitsarbeit

Palästinensische Gebiete 

Ziviler Friedensdienst: Gewaltprävention durch psychosoziale Stärkung von Kindern und Jugendlichen Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Gewaltprävention durch Kultur und Sport in palästinensischen Flüchtlingslagern

Peru

Ziviler Friedensdienst: Vergangenheitsaufarbeitung und gewaltfreie Bearbeitung von Ressourcenkonflikten

Philippinen

Ziviler Friedensdienst: Konflikttransformation und Friedensförderung auf Mindanao

Ruanda

Ziviler Friedensdienst: Inklusiver Dialog, psychosoziale Unterstützung und Konflikttransformation in Ruanda und der Große-Seen-Region Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Dialog und Beziehungsarbeit zwischen Aufnahmegemeinden und Flüchtlingen sowie psychosoziale Begleitung von Flüchtlingen

Uganda

Ziviler Friedensdienst: Gemeinsame Lösungen für Landkonflikte im Nordosten

Westafrika: Niger/Benin/Burkina Faso

Ziviler Friedensdienst: Krisenprävention und Konflikttransformation bei der grenzüberschreitenden Wanderweidewirtschaft

Simbabwe 

Ziviler Friedensdienst: Vergangenheitsarbeit und Prävention politischer Gewalt

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