Ziviler Friedensdienst: Globales Programm

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ziviler Friedensdienst (Globales Programm)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 1999 bis 2022

Ziviler Friedensdienst (ZFD). Teilnehmende eines Workshops. © GIZ

Ausgangssituation

Krieg und Gewalt bestimmen das Leben von Millionen Menschen. Vor allem innergesellschaftliche Gewaltkonflikte – in Form von Bürgerkriegen, Kämpfen um Ressourcen oder Auseinandersetzungen infolge zerfallender Staaten – verursachen bei der Bevölkerung physisches wie psychisches Leid. Dieses kann mit staatlichen Mitteln allein nicht überwunden werden. Akteure der Zivilgesellschaft leisten entscheidende Beiträge zur gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten, die von Regierungen nicht erbracht werden können.

Ziel

Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure in den Partnerländern fördern gemeinsam die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten und tragen dazu bei, gesellschaftliche Veränderungen auf Grundlage der Menschenrechte zu gestalten.

Vorgehensweise

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Er setzt sich für eine Welt ein, in der Konflikte ohne Gewalt geregelt werden. Neun deutsche Friedens-und Entwicklungsorganisationen führen den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnern durch. Der ZFD wird von der Bundesregierung gefördert.

Die einzelnen Träger des ZFD verfügen über vielfältige Arbeitsansätze, Erfahrungen und Zugänge zu Partnern in den Einsatzländern. Verbunden mit einem gemeinsamen strategischen Vorgehen und gemeinsamen Werten und Prinzipien macht dies eine entscheidende Stärke des ZFD aus.

Fachkräfte des ZFD unterstützen Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden. Sie agieren möglichst allparteilich. Als Außenstehende bringen sie andere Blickwinkel und neue Sichtweisen ein, die helfen, Friedensprozesse wirksam anzustoßen und zu begleiten. Im Zentrum der ZFD-Arbeit stehen Veränderungen von Einstellungen, Verhalten und Beziehungen, die – so die Wirkungsannahme – Einfluss auf Strukturen und Institutionen sowie die Konfliktkultur einer Gesellschaft ausüben.

Aktuell arbeiten mehr als 300 internationale ZFD-Fachkräfte in 43 Ländern. Der ZFD der GIZ beteiligt sich mit mehr als 100 internationalen und ebenso vielen lokalen Fachkräften in 20 Ländern am ZFD (Afghanistan, Äthiopien, Benin, Bolivien, Burkina Faso, Burundi, Guatemala, Honduras, Kambodscha, Kenia, Irak, Jordanien, Libanon, Nepal, Niger, Palästina, Philippinen, Ruanda, Uganda, Ukraine).

Wirkungen

Der ZFD stärkt vorwiegend zivilgesellschaftliche, teils staatliche Akteure in ihrer Fähigkeit zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Friedensförderung. Er fördert deren Artikulations- und Handlungsfähigkeit und unterstützt Dialog, Vernetzung und Kooperation mit anderen Akteuren. Indem er die verschiedenen Akteure miteinander in Dialog bringt und vernetzt, übernimmt der ZFD der GIZ eine Brückenfunktion zwischen Staat und Zivilgesellschaft – denn Friedensprozesse sind nur dann erfolgreich, wenn sie von Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam getragen werden.

Der ZFD ist auch außerhalb der Hauptstädte präsent. So hilft er, Beiträge zur Frühwarnung und -reaktion zu leisten, Ursachen von Konflikt und Gewalt zu überwinden und Fähigkeiten und Mechanismen zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung zu stärken. Das Programm unterstützt auch dabei, dass Menschenrechte geachtet und politische Teilhabe sowie die Aushandlung von Interessen. gewährleistet werden.

ZFD-Fachkräfte unterstützen Organisationen bei der Vermittlung in Konflikten, Sie beraten und schulen beim Umgang mit traumatisierten Gewaltopfern oder wenn es darum geht, friedensfördernde Strategien zu entwickeln. Sie bilden lokale Akteure in ziviler Konfliktbearbeitung aus, unterstützen Partner dabei, Anliegen benachteiligter Gruppen an die Öffentlichkeit zu bringen oder Vorurteile und Feindbilder abzubauen.

Ziviler Friedensdienst (ZFD). UN-Denkmal in New York. © GIZ

ZFD-Länderprogramme

Äthiopien

Ziviler Friedensdienst: Dialog für Vertrauen schaffen

Afghanistan

Ziviler Friedensdienst: Afghanische Jugend für den Frieden

Bolivien

Ziviler Friedensdienst: Interkulturelle Dialogförderung im bolivianischen Tiefland

Guatemala

Ziviler Friedensdienst: Vergangenheitsarbeit und Förderung der Menschenrechte

Honduras

Ziviler Friedensdienst: Konflikte gewaltfrei bearbeiten – Menschenrechte fördern

Irak

Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Vergangenheit aufarbeiten – für eine friedliche Zukunft

Jordanien

Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Konflikte gewaltfrei bearbeiten –friedliche Perspektiven schaffen

Kambodscha

Ziviler Friedensdienst: Kambodschas Vergangenheit aufarbeiten Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: (Re-)Integration ehemaliger vietnamesischer Geflüchteter

Kenia

Ziviler Friedensdienst: Dialogförderung und Gewaltminderung – Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Schutz vor erneuter Vertreibung

Libanon

Ziviler Friedensdienst: Stärkung der zivilen Konflikttransformation Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Gewaltprävention durch Medien- und Dialogarbeit

Nepal

Ziviler Friedensdienst: Stärkung und Vernetzung von Friedensakteuren im Kontext der Vergangenheitsarbeit

Palästinensische Gebiete 

Ziviler Friedensdienst: Gewaltprävention durch psychosoziale Stärkung von Kindern und Jugendlichen Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Gewaltprävention durch Kultur und Sport in palästinensischen Flüchtlingslagern

Philippinen

Ziviler Friedensdienst: Konflikttransformation und Friedensförderung auf Mindanao

Ruanda/Burundi

Ziviler Friedensdienst: Inklusiver Dialog, psychosoziale Unterstützung und Konflikttransformation in Ruanda und der Große-Seen-Region

Ruanda

Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Bessere Beziehungen zwischen Aufnahmegemeinden und Geflüchteten sowie psychosoziale Begleitung

Uganda

Ziviler Friedensdienst: Gemeinsame Lösungen für Landkonflikte im Nordosten Ugandas

Ukraine

Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Den Umgang mit gesellschaftlicher Diversität erlernen

Westafrika: Niger/Benin/Burkina Faso

Ziviler Friedensdienst: Krisenprävention und Konflikttransformation bei der grenzüberschreitenden Wanderweidewirtschaft