Madagaskar

Karte Madagaskar

Die GIZ arbeitet seit 1982 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Madagaskar. Zurzeit arbeiten dort 123 madagassische und 32 deutsche/internationale Fachkräfte.

Madagaskar ist eine der größten Inseln der Welt und mehr als anderthalb Mal größer als Deutschland – mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt sowie großen Potenzialen in der Landwirtschaft und bei den extraktiven Rohstoffen.

Madagaskar gehört jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt, seine Armutssituation hat sich seit der Jahrtausendwende kaum verbessert. Die jetzige Bevölkerung von 21 Millionen Menschen wird sich voraussichtlich in den nächsten 30 Jahren verdoppeln. So steigt der Druck auf die natürlichen Ressourcen und erhöht die Herausforderungen für die Ernährungssicherung der Bevölkerung sowie die soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Demokratische Institutionen und Zivilgesellschaft sind wenig entwickelt und auch rechtsstaatliches, transparentes Handeln von Regierung und Verwaltung lässt zu wünschen übrig.

Politische Krisen haben das Land in seiner Entwicklung immer wieder zurückgeworfen. Aufgrund des demokratisch nicht legitimierten Regierungswechsels im März 2009 hatte die deutsche internationale Zusammenarbeit in allen Vorhaben die Aktivitäten auf ministerieller Ebene unterbrochen, hatte aber die Bevölkerung weiter unterstützt und eng mit Kommunen zusammengearbeitet. Anfang des Jahres 2014 fanden in Madagaskar Neuwahlen statt, woraufhin Deutschland die Regierungsgespräche wieder aufnahm und eine Ausweitung der Zusammenarbeit beschloss.

Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

Madagaskar gehört zu den am stärksten vom weltweiten Klimawandel betroffenen Ländern. Das Land leidet unter häufig auftretenden Wirbelstürmen, die nicht nur zu Ernteausfällen führen, sondern auch die Infrastruktur immer wieder erheblich zerstören.

Große Armut in den ländlichen Regionen, geringe Produktivität in der Landwirtschaft und steigender Bedarf an Ackerflächen und Brennholz für eine stark wachsende Bevölkerung bedrohen natürliche Ressourcen und Artenvielfalt. Nach Abstimmung zwischen der madagassischen und der deutschen Regierung sind die Schwerpunkte der Arbeit der GIZ deshalb Umweltpolitik sowie Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. So wurden im deutsch-madagassischen Umweltprogramm große Waldflächen aufgeforstet und deren nachhaltige Nutzung gestärkt. Darüber hinaus fördert die GIZ durch Schulungen und Erstellen von Landnutzungsplänen die kommunale Selbstverwaltung in über 30 Gemeinden.

Grüner Strom

Nur knapp fünf Prozent der ländlichen Bevölkerung Madagaskars hat Zugang zu Elektrizität. Die im September 2015 verabschiedete neue Energiepolitik des Landes sieht vor, bis 2030 knapp Dreiviertel der Bevölkerung mit Strom zu versorgen. Der Anteil an Erneuerbaren Energien soll dabei bei 85 Prozent liegen. Madagaskar hat großes Potenzial für erneuerbare Energiequellen, insbesondere Wasserkraft und Solarenergie. Die GIZ arbeitet vor allem mit dem Ministerium für Energie, Erdöl und Erdgas (MEH) zusammen, aber auch mit der nationalen Strombehörde (ADER), der Regulierungsbehörde (ORE) und der Privatwirtschaft, die an dem massiven Ausbau der Stromversorgung beteiligt werden soll. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Investitionen in den Ausbau der Elektrifizierung durch Erneuerbare Energien zu verbessern. Dazu berät die GIZ unter anderem zu Energiepolitik und -strategie, Finanzierungsmechanismen, Ausschreibungsprozessen, dem gesetzlichen Rahmen, zu Ausbauplanung sowie zur Projektentwicklung.

Stärkung der ländlichen Bevölkerung im Süden Madagaskars

Im Süden Madagaskars bewirkt der Klimawandel geringere Regenfälle und länger anhaltende Dürreperioden. Das im Oktober 2012 begonnene Vorhaben soll dazu beitragen, die wirtschaftliche Lage der Landbevölkerung zu verbessern. In enger Zusammenarbeit mit diesem Vorhaben führt die GIZ darüber hinaus das EU-Projekt „Entwicklung von Wertschöpfungsketten im Südosten Madagaskars“ durch. Unter anderem sollen die Erträge von Rizinusöl, Honig, Bohnen und Ziegenfleisch gesteigert werden.

Dezentralisierung und Kommunalentwicklung

Die GIZ unterstützt die madagassischen Partnerbehörden im Auftrag des BMZ bei ihren Anstrengungen im Bereich Dezentralisierung. Zum Beispiel berät sie, wie nationale Gesetze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die kommunale Verwaltung umgesetzt werden können und wie diese ihre Dienstleistungen verbessern kann. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Finanzausstattung der Kommunen, die sichergestellt werden soll.
Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung der Hauptstadt Antananarivo, ist die GIZ auch im Krisenmanagement tätig. Ziel ist es dabei die Menschen vor den Folgen von Naturkatastrophen zu schützen

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Die GIZ arbeitet in mehreren Programmen mit der Wirtschaft zusammen, um die Lage der Bevölkerung vor Ort zu verbessern. So ist das Ziel der Kooperation mit Symrise und Unilever, die Abhängigkeit der Vanillebauern in Madagaskar von Preisschwankungen und Ernteausfällen zu verringern. Gemeinsam mit Rio Tinto und Titanium arbeitet die GIZ daran, Klein- und Mittelständische Unternehmen in Bergbauregionen an der Wertschöpfung dieses Wirtschaftssektors zu beteiligen sowie verantwortungsvollen Bergbau zu betreiben.

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