Kamerun

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Seit über 45 Jahren ist die GIZ in Kamerun aktiv. Zurzeit arbeiten im Land 213 kamerunische und deutsche Fachkräfte sowie 24 Entwicklungshelfer.

Kamerun ist die siebtgrößte Wirtschaftsnation in Afrika südlich der Sahara, ist reich an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen und gilt trotz diverser Konflikte in der Vergangenheit und Gegenwart als Anker der Stabilität in einer krisengeschüttelten Region.

Die kamerunische Gesellschaft steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Verbreitete Korruption und dadurch verursachte ungünstige Investitionsbedingungen führen dazu, dass zahlreiche Entwicklungspotenziale ungenutzt bleiben. Unter den acht Milleniums-Entwicklungszielen verzeichnet Kamerun bei Armutsbekämpfung, Grundbildung und Gleichstellung der Geschlechter leichte Verbesserungen, die Ausbreitung von HIV ist nicht weiter fortgeschritten. Bei den anderen Zielen ist keinerlei Fortschritt zu verzeichnen.

Die kamerunische Regierung hat ihre Ambitionen 2007/09 in der „Vision 2035“ dargelegt, mit der Kamerun bis 2035 Schwellenland werden soll. Die abgeleitete Strategie für Wachstum und Beschäftigung löste die Strategie zur Armutsreduzierung ab. Die Regierung legt gegenwärtig großes Gewicht auf Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung. Vorgelagerte Bereiche wie Rechtssicherheit und Regierungsführung werden in der Strategie weniger konkretisiert.

Der wichtigste Auftraggeber der GIZ in Kamerun ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie die Europäische Union (EU); die wichtigsten Kooperationspartner ist neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Die GIZ arbeitet in Kamerun in folgenden Schwerpunkten:

Umwelt- und Waldpolitik
Kamerun hat großen Anteil am zweitgrößten Waldmassiv der Erde, dem Kongobeckenurwald, die Hälfte der Fläche des Landes ist von Wald bedeckt. Holz ist neben Mineralöl und Kakao das bedeutendste Exportprodukt. Bislang ist erst ein kleiner Teil der Waldbewirtschaftung des Landes auf nachhaltige Nutzung umgestellt. Im Kampf gegen illegalen Holzeinschlag ist durch die Unterzeichnung eines freiwilligen Abkommens mit der EU im Jahr 2011 ein wichtiger Fortschritt gelungen Seitdem wird nur noch legal geschlagenes Holz für den Export auf den europäischen Markt zugelassen. Die forstpolitische Beratung der GIZ im Auftrag des BMZ hatte hieran einen maßgeblichen Anteil.

Regierungsführung und Dezentralisierung
Kamerun macht mit der Dezentralisierung von Aufgaben und Verantwortung an die Kommunen Fortschritte. Die Dezentralisierung entsprechender Finanzmittel muss noch folgen: Gerade in ländlichen Regionen sind die Kommunen noch weit davon entfernt, Infrastruktur und soziale Dienste aus eigenen Budgets bereitstellen zu können. Die GIZ trägt zur Kompetenzentwicklung kommunaler Akteure bei und stärkt zivilgesellschaftliche Träger öffentlicher Belange.

Auf nationaler Ebene werden das Ministerium für Wirtschaft, Planung und Raumordnung und das Finanzministerium dabei unterstützt, die Reformen der öffentlichen Finanzen voranzutreiben. Ziel dieser Reformen ist es, die Umsetzung der nationalen Entwicklungsstrategie über die Haushaltsführung zu verbessern. Die dem Land zur Verfügung stehenden Einnahmen sollen gemäß den prioritären Entwicklungszielen des Landes verplant und damit auch ausgegeben werden. Dieser Ansatz dient der Armutsminderung und der Steigerung des Wachstums.

In den Regierungsverhandlungen wurde mit der kamerunischen Regierung die Aufnahme des neuen Schwerpunktes „Ländliche Entwicklung“ vereinbart. Die Ausgestaltung des Beitrages der GIZ wird derzeit noch ausgearbeitet.

Weiterhin ist die GIZ auch im Rahmen der „MUSKOKA-Initiative“ im Gesundheitssektor tätig. Die Entwicklung des kamerunischen Gesundheitssystems stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Besonders Kinder und Frauen haben nur eingeschränkten Zugang zu Medikamenten und medizinischer Versorgung. Familienplanung, eine angemessene Gesundheitsversorgung von Frauen während Schwangerschaft und Geburt sowie der Zugang zu Verhütungsmitteln sind nicht ausreichend entwickelt. Die GIZ trägt im Auftrag des BMZ dazu bei, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, indem zum einen der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln und Familienplanungsdiensten erleichtert wird. Zum anderen unterstützt die GIZ das Gesundheitsministerium bei der Wiederaufnahme der Hebammenausbildung und fördert in drei Regionen des Landes die Funktionsfähigkeit von Hebammenschulen.

Regionalvorhaben zur Kongobecken-Waldpartnerschaft sowie zur Förderung von Kleinbetrieben im Kakaosektor werden außerdem von Kamerun aus unterstützt.

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