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Äthiopien

Seit 1964 ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Äthiopien tätig. Aktuell arbeiten 639 nationale und 110 internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 9 integrierte Fachkräfte und 18 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer in dem Land (Stand 31.12.2017).

Die Föderale Demokratische Republik Äthiopien ist ein Binnenstaat am Horn von Afrika. Das Land hat etwa 102 Millionen Einwohner und ist dreimal so groß wie Deutschland. Trotz eines durchschnittlichen Wirtschaftswachstums von mehr als zehn Prozent seit 2005 leben noch immer schätzungsweise 30 Prozent der äthiopischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze (Weltbank). Im Human Development Index (HDI) 2016 des United Nations Development Programme (UNDP) belegt Äthiopien Platz 174 von 188 (Kategorie: Länder niederen Entwicklungsstandes). Die Landbewohner des äthiopischen Hochlands sind seit Jahrzehnten von zunehmender Ernährungsunsicherheit betroffen. Diese ist die Folge des starken Bevölkerungswachstums, der zunehmenden Entwaldung sowie unzureichender Produktionsverfahren in der Landwirtschaft.

Diesen Herausforderungen begegnet die äthiopische Regierung mit einem ehrgeizigen Wachstums- und Transformationsplan, der auf fünf Jahre (2015 bis 2020) ausgelegt ist. Mit diesem sollen die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen erreicht und die Wirtschaftsleistung Äthiopiens verdoppelt werden. Die Bekämpfung der Armut, Ausweitung der Bildung und die Förderung des Wirtschaftswachstums stehen im Mittelpunkt der äthiopischen Regierungspolitik.

In Einklang mit den Zielen der äthiopischen Regierung konzentriert sich die deutsche Zusammenarbeit in Äthiopien auf drei Schwerpunkte:

  • Arbeitsmarktorientierte Bildung
  • Nachhaltige Landbewirtschaftung, Agrarwirtschaft und Ernährungssicherung
  • Biodiversität

Weitere Tätigkeitsfelder für die GIZ in Äthiopien sind die Förderung von Industrieparks, insbesondere von Sozial- und Umweltstandards in der Textilindustrie, Gesundheit, erneuerbare Energien sowie die Konfliktbearbeitung mit dem Zivilen Friedensdienst. Darüber hinaus ist die GIZ vor Ort an Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft beteiligt. Ein vom Bundesunternehmen betriebener Business Cooperation Desk fördert Handel und Investitionen und berät Unternehmen.

In Äthiopien ist die GIZ für das BMZ als Hauptauftraggeber aktiv. Zudem betrauen andere deutsche Bundesministerien die GIZ mit der Durchführung von Vorhaben, wie derzeit das Landwirtschaftsministerium. Internationale Geber wie die Europäische Union, Irland, Kanada und Norwegen sowie die Bill and Melinda Gates Foundation leisten finanzielle Beiträge zu laufenden Programmen.

Eine wichtige Rolle spielt in Äthiopien das Portfolio der GIZ bei der Afrikanischen Union (AU), die ihren Sitz in der Hauptstadt Addis Abeba hat. Für das BMZ und das Auswärtige Amt als Hauptauftraggeber führt die GIZ mit der AU verschiedene Vorhaben in den Bereichen Landwirtschaft, Bildung, Frieden und Sicherheit, regionale wirtschaftliche Integration und Gute Regierungsführung durch.

Der Geschäftsbereich International Services ist in Äthiopien für internationale Auftraggeber sowie die äthiopische Regierung tätig. Zu dessen Aufträgen zählt etwa der Aufbau von Infrastruktur für äthiopische Universitäten im Auftrag des äthiopischen Bildungsministeriums.

Video

Seit 1964 besteht die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Äthiopien und Deutschland. Wie sieht diese Zusammenarbeit heute aus? Der Kurzfilm gibt einen Einblick in die derzeitigen Aktivitäten der GIZ in dem Land am Horn von Afrika.

GIZ Ethiopia – Your Partner in the Long Run (YouTube)

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