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Brasilien

Deutschland und Brasilien arbeiten seit mehr als fünfzig Jahren gemeinsam für nachhaltige Entwicklung. Aktuell beschäftigt die GIZ in Brasilien etwa 140 - überwiegend nationale -Fachkräfte.

Brasilien ist die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt und mit 20 Prozent der weltweit vorkommenden Tier- und Pflanzenarten das artenreichste Land der Erde. Seine tropischen Regenwälder sind weltweit der größte Speicher für Treibhausgase und eine biologische Schatzkammer. Das Land engagiert sich im Kampf gegen den Klimawandel und für den Schutz der biologischen Vielfalt. Deutschland und Brasilien haben sich im Jahr 2015 in einer gemeinsamen Erklärung zur vollständigen Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe des 21. Jahrhunderts bekannt.

Als lateinamerikanischer Vorreiter in der CO2-neutralen Energieerzeugung setzt Brasilien bislang auf große Wasserkraftwerke.  - häufig mit unerwünschten ökologischen und sozialen Folgen aufgrund großer überfluteter Flächen. Biomasse, Sonne und Wind sind umweltfreundliche Alternativen mit hohem Potenzial, die aber erst zu einem Bruchteil ausgeschöpft werden.

Die Schwerpunkte der Arbeit der GIZ in Brasilien sind erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie der Schutz und die nachhaltige Nutzung des Tropenwaldes. Darüber hinaus spielen Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung oder Finanzierungsmöglichkeiten für klimafreundliche Investitionen eine zunehmend wichtigere Rolle.

Wichtigste Auftraggeber der GIZ in Brasilien sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), Weitere Auftraggeber sind beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) oder die Europäische Kommission.

In der Zusammenarbeit setzen die GIZ und ihre Auftraggeber auf vielfältige Kooperationsformen. Ein wichtiger Fokus der Zusammenarbeit liegt auf Partnerschaften mit der Wirtschaft. Auch deutsch-brasilianische Forschungspartnerschaften, die Wissenschaft und Hochschulen mit Partnern aus Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft verknüpfen, werden systematisch genutzt. In Dreieckskooperationen führt die GIZ gemeinsam mit brasilianischen Partnern Vorhaben in anderen Ländern Lateinamerikas und Afrikas durch.

Darüber hinaus setzt die GIZ in Brasilien Global- und Regionalprogramme um. Mit der Beratung des Generalsekretariats des Amazonaspaktes hat beispielsweise ein bedeutendes Regionalprogramm des BMZ und der niederländischen Regierung seinen Sitz in Brasilien. Globalprogramme zu Themen wie Energiepartnerschaften oder Korruptionsprävention ergänzen das Portfolio.

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Projekte und Programme

Schutz und nachhaltige Nutzung des Tropenwalds (Umwelt und Klima)

Brasiliens Tropenwälder sind von großer Bedeutung für den Erhalt der weltweiten Artenvielfalt und für den globalen Klimaschutz. Die sozioökonomische Entwicklung des Landes ist abhängig vom „Dienstleister Natur“, zum Beispiel von der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und Nahrung oder sauberer Atemluft in den großen Metropolen. Die Tropenwälder Brasiliens sind Lebens- und Kulturraum traditioneller und indigener Bevölkerungsgruppen. Trotz zahlreicher Erfolge stehen die Ökosysteme weiterhin unter hohem Druck. Die brasilianische Regierung hat sich deshalb ehrgeizige Ziele gesetzt, um die illegale Entwaldung dauerhaft zu bekämpfen, die biologische Vielfalt zu schützen sowie die Anpassung an den Klimawandel und Formen nachhaltiger Nutzung zu fördern. Seit Beginn der 1990er-Jahre arbeitet die GIZ im Auftrag der deutschen Bundesregierung mit brasilianischen Partnern zum Schutz, zur nachhaltigen Nutzung und zur Wiederherstellung des Tropenwalds zusammen. Derzeit finanzieren BMZ und BMUB folgende Projekte in den Biomen Amazonien, Mata Atlântica und Cerrado:
 

Kühlschrankrecycling in Brasilien Biodiversitäts- und Klimaschutz Hand in Hand ProAdapta – Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel Unterstützung von Lokalregierungen in Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru beim Erhalt der Biodiversität in Schutzgebieten (BMU) Nachhaltiges Wirtschaften und Soziobiodiversitätsprodukte in Amazonien Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – Terramar (BMU) Umweltregulierung im Amazonas – Cadastro Ambiental Rural Konsolidierung des brasilianischen Systems von Naturschutzgebieten (SNUC) – LifeWeb (BMU) Biodiversität und Klimawandel in der Mata Atlântica (BMU) Prävention, Kontrolle und Monitoring von Bränden im Cerrado (BMU) (abgeschlossen) Schutz der Artenvielfalt durch die Integration von Ökosystemdienstleistungen in öffentliche Programme und unternehmerisches Handeln (BMU) Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz (BMZ) Bodenrecht und -ordnung in Amazonien – Terra Legal Regional: Tropenwalderhaltung Amazonien (BMZ) (abgeschlossen) Fachkräfteaustausch und Secondment-Programm (BMZ) (abgeschlossen) Förderung von Schutzgebieten und nachhaltigem Management von Naturwäldern (BMZ) (abgeschlossen) Ausweisung und Schutz von indigenen Gebieten in Amazonien (BMZ) (abgeschlossen) Raumordnung und Regionalentwicklung (BMZ) (abgeschlossen) Monitoring klimarelevanter Biodiversität in Schutzgebieten (BMU) (abgeschlossen) Aufbau einer inklusiven, auf Soziobiodiversitätsprodukten beruhenden Green Economy in Amazonien (BMZ) (abgeschlossen)

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (Nachhaltige Infrastruktur)

In Brasilien werden Milliarden investiert, um den Energiehunger des Wirtschaftswachstums zu stillen und dabei die Versorgungssicherheit und den klimafreundlichen Energiemix zu erhalten. Dabei setzten die Energieversorger traditionell auf große Wasserkraftwerke – oft mit unerwünschten Folgen für die Umwelt. Brasilien möchte zukünftig Biomasse, Sonne und Wind stärker zur sauberen Stromerzeugung nutzen.

Auch Deutschland setzt bei seiner Energiewende auf erneuerbare Energien und kann deshalb Fachkompetenz und Technologie zur Verfügung stellen. Brasilianische Partner und die GIZ arbeiten in folgenden Projekten gemeinsam daran, umweltfreundliche Alternativen der Stromerzeugung zu etablieren, Energieeffizienz in Schlüsselsektoren zu verbessern und neue Technologien einzuführen:

Globalvorhaben Qualitätsinfrastruktur – Brasilien Abfallpolitik für mehr Klimaschutz Energieeffizienz für nachhaltige Stadtentwicklung, Fokus sozialer Wohnungsbau Deutsch-Brasilianische Energiepartnerschaft (BMWi) Elektromobilität in Brasilien fördern (PROMOB-e) Klimaneutrale alternative Kraftstoffe Energieeffizienz in der Wasserversorgung (BMZ) Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (BMZ) Energieeffizienz in der urbanen Mobilität Deutsche Klimatechnologie-Initiative: Concentrating Solar Power in Brasilien (BMZ) (abgeschlossen) Deutsche Klima- und Technologieinitiative: Förderung klimafreundlicher Biogastechnologie in Brasilien (BMZ) (abgeschlossen)

Sektorübergreifende Programme und Initiativen

Mit innovativen Kooperationsformen trägt die Deutsch-Brasilianische Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung der Position Brasiliens Rechnung. Die GIZ setzt gemeinsam mit den brasilianischen Partnerinstitutionen Projekte in Drittländern um und gestaltet Partnerschaften mit Wissenschaft und Wirtschaft. Großereignisse wie die Olympischen Spiele 2016 erzeugen in Brasilien Dynamik und erwecken mediales Interesse für ergänzende Projekte.

Nationale Agenda für nachhaltige Stadtentwicklung Stärkung der externen Finanzkontrolle im Umweltbereich (BMZ) Umsetzung der nationalen Klimapolitik (BMU) Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa) (BMZ) Deutsch-brasilianische Dreieckskooperation (BMZ) Sport für Entwicklung (BMZ)

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